Norwegen Staatsfonds schlägt Benchmark und macht 160 Milliarden Euro Gewinn

Norweger in Jubelstimmung

Norweger in Jubelstimmung: Auch der Staatsfonds macht die Bevölkerung glücklich. Pro Jahr darf die Regierung bis zu drei Prozent des Fondsvolumens für gesellschaftliche Zwecke abziehen - macht in diesem Jahr knapp 37 Milliarden Euro. Foto: Imago Images / Gepa Pictures

2021 erzielte der Government Pension Fund, der Staatsfonds Norwegens eine Rendite von 14,5 Prozent, was 1.58 Billionen Kronen, also beinahe 160 Milliarden Euro entspricht. Die Rendite des Fonds lag damit 0,74 Prozentpunkte über der Rendite des Referenzindexes, was 76 Milliarden norwegischen Kronen, also knapp 7,5 Milliarden Euro entspricht.

Mit der Aktienanlage konnte ein Plus von 20,8 Prozent erwitschaftet werden. Die Rendite der festverzinslichen Anlagen lag bei -1,9 Prozent, während die Anlagen in nicht-börsennotierte Immobilien ein Plus von 13,6 Prozent erzielten. Das Plus der nicht-börsennotierten Infrastruktur für erneuerbare Energien lag bei 4,2 Prozent.

„Die guten Ergebnisse sind hauptsächlich auf die sehr starke Entwicklung des Aktienmarktes im Laufe des Jahres zurückzuführen. In allen Sektoren wurden gute Renditen erzielt, aber die Anlagen in Technologie- und Finanzwerten schnitten besonders gut ab. Die Anlagen im Technologiebereich erzielten eine beeindruckende Rendite von 30,2 Prozent”, sagt Nicolai Tangen, CEO von Norges Bank Investment Management.


Auch der Immobiliensektor schnitt 2021 gut ab, nachdem es im Vorjahr aufgrund der Pandemie nicht so gut gelaufen war. „Der Immobiliensektor hat sich gut erholt, wobei börsennotierte Immobiliengesellschaften mit einer Rendite von 26,8 Prozent besonders gut abgeschnitten haben”, so Tangen. Für die Zukunft rechnet er allerdings mit niedrigeren Renditen: „Dieser fantastische Aufstieg, den wir in den letzten 25 Jahren gesehen haben, wird sich nicht fortsetzen. Die Zinssätze sind derzeit so niedrig wie nie und die Aktien auf einem Rekordhoch. Von jetzt an wird sich die Stimmung ändern." 

Die norwegische Krone wurde im Laufe des Jahres gegenüber mehreren wichtigen Währungen stärker. Die Währungsschwankungen trugen zu einem Rückgang des Fondswertes um 25 Milliarden Kronen, umgerechnet 2,5 Milliarden Euro, bei. Im Jahr 2021 wurden 129 Milliarden Kronen, also 12,9 Milliarden Euro aus dem Fonds entnommen. Zum 31. Dezember 2021 hatte der Fonds einen Wert von 12.340 Milliarden Kronen, knapp 1,23 Billionen Euro. 72,0 Prozent des Fonds waren in Aktien investiert, 25,4 Prozent in festverzinsliche Wertpapiere, 2,5 Prozent in nicht-börsennotierte Immobilien und 0,1 Prozent in nicht-börsennotierte Infrastrukturen für erneuerbare Energien.

Der Staat investiert durch den Pensionsfonds seit Jahren die Einkünfte aus der Öl- und Gasproduktion an den globalen Finanzmärkten, er hält Beteiligungen an rund 9100 Unternehmen weltweit. Die norwegische Regierung darf pro Jahr bis zu drei (früher: vier) Prozent des Fondsvolumens für gesellschaftliche Zwecke abziehen.