Portfoliomanagerin von Luxus-Fonds „Der Markt hat das Metaverse noch nicht eingepreist“

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Der zweite Teil des Interviews mit Swetha Ramachandran zum Nachlesen. 

Den ersten Teil des Interviews finden Sie hier.

private banking magazin: Besitzen Sie ein eigenes NFT?

Swetha Ramachandran: Ich habe ein NFT gekauft. Aber nur, damit ich weiß, wovon ich spreche.

Und haben Sie es schon verkauft?  

Nein, es ist immer noch in meiner Wallet.

Handelt es sich um einen Bored Ape?

Ramachandran: Nein, es ist kein ausgefallenes NFT. Es stammt von einer Firma namens The Dematerialised, bei der man ein NFT mit Fiat-Währung statt mit Kryptowährung kaufen kann.

Wenn eine virtuelle Tasche, wie es bei Gucci der Fall war, zu einem höheren Preis verkauft wird als die echte physische Tasche – wo stehen wir dann beim Verbraucherverhalten?

Ramachandran: Im Moment befinden wir uns auf unbekanntem Terrain. Wie Sie bereits erwähnten, war die Gucci-Tasche, die letztes Jahr auf Roblox verkauft wurde, teurer als die physische Version. Und das war nur eine rein digitale Version. Es handelte sich nicht einmal um ein NFT, weil man es nicht außerhalb des Roblox-Ökosystems mitnehmen konnte. Das deutet darauf hin, dass den jüngeren Verbrauchern diese künstlichen Unterscheidungen zwischen physisch und virtuell zunehmend egal sind. Sie verbringen viel mehr Zeit online, viel mehr Zeit mit Games als ältere Generationen. Das zeigt, dass die Zukunft für diese Branche, NFTs zu entwickeln, um diese neue Generation von Verbrauchern anzuwerben und zu kultivieren, ziemlich groß ist.

Ist das Metaverse und NFT-Phänomen bereits in den Aktien eingepreist, oder wird diese, sagen wir, zweite Welt zu einem echten Gamechanger für einige Aktien?

Ramachandran: Ich würde sagen, dass wir uns noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Deshalb hat der Markt auch noch nicht eingepreist, dass diese Unternehmen in der Lage sein werden, das Metaverse erfolgreich zu nutzen. Denn die Luxusgüterindustrie neigt dazu, recht konservativ zu sein. Diese Unternehmen gibt es schon seit 150 bis 200 Jahren. Sie wollen ihre Geschäftsmodelle nicht plötzlich über Nacht umkrempeln. Was sie tun, das tun sie langsam. Und ich denke, es wird dauern, bis der Markt das zu schätzen weiß.

Welche Unternehmen sind derzeit im NFT-Geschäft gut positioniert?

Ramachandran: Für mich wäre es einfacher, die Unternehmen zu nennen, die noch keine Präsenz haben. Schließlich versucht jeder, in diesen Bereich einzusteigen. Allerdings sind einige Unternehmen wie Kering, dem die Marken Gucci und Balenciaga gehören, schon etwas weiter. Sie haben zum Beispiel ein Shadow Board, bestehend aus Millennials, die ihnen den Weg in die Zukunft weisen. Ein weiteres Unternehmen, das mich beeindruckt hat, ist Moncler. Es ist ein kleines Unternehmen mit einem einzigen Produkt, aber es ist sehr innovativ in der Art und Weise, wie es sich dem Metaverse nähert.

Kann ein Unternehmen wie Ferrari durch NFTs oder Avatare völlig neue Käuferschichten erschließen?

Ramachandran: Es ist auf jeden Fall möglich, wenn man bedenkt, wie schwer es ist, einen Ferrari im wirklichen Leben zu bekommen. Es muss genauso schwer sein, ihn virtuell zu bekommen, aber wenn man jemanden anbietet, einen Testarossa in einer Farbvariante zu sehen, die es sonst für niemanden gibt, dann könnte man diesen Kunden vielleicht für sich gewinnen. Meine Frage an Ferrari wäre, ob das den Reiz der physischen Marke für den Ferrari-Sammler verwässern würde? Sie müssten sehr vorsichtig sein, wie sie das anstellen.

Welche Rolle spielen Influencer im Luxussegment?

Ramachandran: Eine große. Ich denke, dass die sozialen Medien heute viel wichtiger sind als noch vor einem Jahrzehnt. Die Rolle von Influencern bei der Popularisierung von Marken und verschiedenen Kategorien darf wirklich nicht unterschätzt werden.

Wer sind aus Ihrer Sicht die Top-Influencer?

Ramachandran: In Europa ist Chiara Ferragni eine sehr beliebte Influencerin, die viele Follower hat. In den USA würde ich sagen, dass die Kardashians ebenfalls sehr beliebte Influencer sind. China ist wirklich ein interessanter Markt, denn dort ist die Influencer-Wirtschaft riesig. Es gibt Mr. Bags, der ein Spezialist für Taschen und Handtaschen ist, Austin Li, Viya, das sind digitale Influencer, die sich auf das Make-up-Segment konzentrieren. Sie sind alle sehr einflussreich.

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