Hype 2021 wurden bereits 83 Milliarden Euro in Fintechs investiert

Eine Werbung von Robin Hood am Times Square in New York

Eine Werbung von Robin Hood am Times Square in New York: Der Börsengang brachte dem Fintech 2,9 Milliarden Euro ein Foto: Imago Images / Levine Roberts

Wagnis- und Risikokapitalgeber (Venture Capital)-, M&A- und Private Equity-Firmen investierten im ersten Halbjahr 2021 über 83 Milliarden Euro in Fintechs. Weltweit wurden 2.456 Deals getätigt.  2020 lag der Wert noch bei 3.520 Deals, in denen knapp 103 Milliarden Euro investiert wurden.

Zu diesem Ergebnis kommt die „Pulse of Fintech“- Studie von KPMG. Das globale Netzwerk rechtlich selbständiger und unabhängiger Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsberater und Unternehmens- beziehungsweise Managementberatungen wertete dafür Daten des Software as a Servic -Unternehmens (SaaS) Pitchbook aus. Stark stiegen demnach die globalen Wagnis- und Risikokapital-Investitionen (Venture Capital). Unterm Strich wurden von diesen knapp 44,5 Milliarden Euro investiert. Im zweiten Halbjahr 2020 waren es mit 19 Milliarden Euro nicht einmal die Hälfte. Im Rekordjahr 2018 lag der Ganzjahreswert bei knapp 48 Milliarden Euro.

„Die Gesamtinvestitionen in Fintechs sind in der ersten Jahreshälfte 2021 auf ein Rekordhoch gestiegen, da Investoren, insbesondere etablierte Marktteilnehmer und VC-Investoren, in großem Umfang auf Fintech-Marktführer in fast allen Teilsektoren gesetzt haben“, erklärt Bernd Oppold, Partner bei KPMG im Bereich Finanzdienstleistungen. „Unter dem Druck, die Geschwindigkeit ihrer digitalen Transformation zu erhöhen, waren Unternehmen besonders aktiv bei Venture-Deals. Viele erkennen, dass sie das Tempo ihrer digitalen Veränderung stark beschleunigen können, wenn sie mit Fintechs zusammenarbeiten, in sie investieren oder sie übernehmen“, so Oppold weiter.


In Deutschland stiegen die Investitionen in Fintechs im ersten Halbjahr 2021 auf 2,1 Milliarden Euro. Die größte Finanzierungsrunde im ersten Halbjahr waren der Online Broker Trade Republic mit 760 Millionen Euro und der Digitalversicherer Wefox mit 550 Millionen Euro). Oppold: „Fintechs in Deutschland heben ihre Produkte und Dienstleistungen jetzt auf die nächste Stufe. Viele begannen mit der Entwicklung von Front-End-Technologien. Inzwischen sehen wir, wie sie mehr und mehr in regulierte Bereiche vordringen, um besser mit etablierten Finanzdienstleistern zu konkurrieren – mit der Folge, dass sie sich verstärkt um den Aufbau ihrer regulatorischen Infrastruktur und die Entwicklung neuer Produkte und innovativer Lösungen kümmern müssen.“

Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Jahres wird erwartet, dass der Fintech-Markt global robust bleiben wird. Neben dem Zahlungsverkehr werden als dominante Treiber für Investitionen ertragsbasierte Finanzierungslösungen, Banking-as-a-Service-Modelle und B2B-Dienste angesehen. Der größte globale Fintech-Deal entfiel 2021 bislang auf Refinitiv, dem 12,5 Milliarden Euro zuflossen. Das US-Dienstleistungsunternehmen bereitet Wirtschaftsdaten auf und verkauft diese an Banken, Investmentunternehmen und andere Organisationen. Auf Platz zwei landet die Finanz-Handelsplattform Robinhood mit 2,9 Milliarden Euro. Den dritten Platz belegte im ersten Halbjahr Verafin, ein Anbieter für Betrugserkennungstechnologie und Geldwäschebekämpfung, mit 2,3 Milliarden Euro.