Steuervorteile und Co. Zehn gute Gründe für ein direktes Waldinvestment in Nordamerika

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Allerdings: In der EU werden private Waldbesitzer für diese Leistung nicht honoriert, in Nordamerika durch die Option, durch nachhaltige Waldbewirtschaftung Carbon Offsets zu generieren schon. Durch stark steigende Preise für CO2-Zertifikate wird diese Leistung für Waldbesitzer in Nordamerika immer lukrativer. Noch interessanter ist die Option, sein eigenes Unternehmen mit einem sehr rentablen Waldinvestment in Nordamerika selbst CO2-/klimaneutral zu stellen und sich nicht in Abhängigkeit von volatilen, aber stark im Preis steigenden CO2-Zertifikaten am Markt zu begeben.

6. Ein direktes Waldinvestment selbst bietet in Nordamerika für Familienunternehmen zudem einkommenssteuerliche und erbschafts- beziehungsweise schenkungssteuerliche Vorteile. Zum einen sind Forstbetriebe in Nordamerika im Vergleich zu anderen Betrieben selbst steuerbegünstigt, zum anderen kann man durch eine direkte Investition und die zudem lukrative Etablierung eines Forstbetriebes auch in den USA oder Kanada „schädliches Verwaltungsvermögen“ in „unschädliches Betriebsvermögen“ umwandeln und zeitgleich außerhalb der EU zur allgemeinen Risikominimierung investieren.

Die ohnehin nicht nur bei der aktuellen „Strafzinsphase“ sehr konkurrenzfähigen Renditen für ein inflationsgeschütztes Sachwertinvestment lassen sich bei der Kopplung der beiden Gründe 5 und 6 noch einmal deutlich erhöhen.

7. Im Gegensatz zu beispielsweise Agrar-, Gewerbe- und Wohnimmobilien sowie Aktien, bei denen die Zinszahlungen in Form von Pachten, Mieten oder Dividenden zu einem nicht vom Anleger beeinflussbaren Zeitpunkt fließen, können diese bei direkten Waldinvestments dann abgerufen werden, wenn man sie braucht oder das Marktumfeld beispielsweise in Form von hohen Preisen für Holz und / oder Carbon Offsets gut ist. Wald wurde und wird diese gerade für Familien, Stiftungen und Unternehmen wichtige Sparkassenfunktion im Gegensatz zu anderen Assetklassen zugeschrieben.

8. Direkte Waldinvestments sind natürlich nicht aus sich selbst heraus nachhaltig. Unter Beachtung der geltenden Forst- und Umweltgesetze und im Zweifel durch Dritte unabhängig zertifiziert stellen sie allerdings die „Mutter aller ESG-konformen Investitionen“ dar, da sie zeitgleich ökologische, ökonomische und soziale Ziele, Kriterien und Indikatoren erfüllen können und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


9.
Sowohl die USA als auch Kanada bieten Waldbesitzern größtmögliche Rechtssicherheit nicht nur beim Waldkauf selbst. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Nachgang unterliegt weltweit sehr unterschiedlicher Gesetzgebungen. Im Forstwirtschaftsalltag ist darüber hinaus noch wichtiger, inwieweit Behörden vor Ort die Privatwaldbewirtschaftung regulieren und so in Eigentumsrechte eingreifen. Insbesondere die USA, aber auch Kanada sind hier weltweit als Länder bekannt, die vergleichsweise zu durch enteignungsgleiche Eingriffe auffallenden Ländern wie Deutschland bzw. der EU insgesamt wenig bis gar nicht in die private Bewirtschaftung von Wald eingreifen.

10. Die volkswirtschaftlichen beziehungsweise forstwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in den USA und Kanada meiner Meinung nach also annährend optimal. Dies gilt für viele andere typische Waldinvestment-Regionen wie beispielsweise Südamerika oder Osteuropa nicht. In Nordamerika haben sich eine Vielzahl von verlässlichen, großen Property Managern Wald am Markt etabliert, die bereits für europäische Waldbesitzer erfolgreich Wald seit Jahrzehnten schützen und bewirtschaften. „Rund-um-Sorglospakete“ abgestimmt von den Ansprüchen einer großen Pensionskasse oder Stiftung bis zum kleinen Privatwaldbesitz sorgen dafür, dass sich auch Wald ähnlich einer Gewerbeimmobilie mit „Fernbedienung“ steuern lässt.

FAZIT: Nachhaltige Direktinvestitionen in Wald sind nicht „nur“ lukrativ, sondern angewandter Klima-, Umwelt- und Naturschutz. Insbesondere aufgrund der in den letzten drei Jahren sehr stark gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate (Carbon Offsets) aber auch weiter steigender Holzpreise haben Waldprojekte in den USA und Kanada an wirtschaftlicher Attraktivität gewonnen. Wald in Nordamerika ist weit mehr als die bekannten Kiefern-Plantagen im Südosten der USA oder die Waldbrände in Kalifornien! Neben den naturnahen Mischbeständen in Kanada gibt es auch in den USA ausreichend artenreiche, naturnahe Wälder außerhalb der „Tornado-Alley“ oder der „Waldbrandrisiko-Gebiete“, die biotische und abiotische Risiken minimieren helfen.

Zudem garantieren sie mögliche, zum Teil erhebliche „Neben“einkünfte beispielsweise aus Wildbewirtschaftung, Ahornsirup-Produktion, Windkraft oder Seeufererschließung. Es gibt sie noch: große, naturnahe Wälder in nicht vom Klimawandel bedrohten Regionen der USA und Kanadas. Wie bei allen Immobilieninvestments auch gilt: Augen auf, bei der Auswahl der Lage. Dann lässt sich auf den Erfolgen beispielsweise der Harvard und Yale Universität, von IKEA, der „Church of England“, der Münchener Rück und ERGO, J.P. Morgan, des südkoreanischen National Pension Service sowie vielen Familienunternehmen der DACH-Region mit der Assetklasse Wald aufbauen!


Über den Autor:

Andreas Schulte ist Forstwissenschaftler, der insbesondere für die unter seiner Leitung entstandenen Cluster-Studien zur wirtschaftlichen Relevanz des Sektors Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland bekannt ist. Die Ergebnisse einer vom Bundesland NRW beauftragten Studie zeigten unter anderem die ganz erhebliche arbeitsmarktpolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Forst- und Holzbranche im Industrieland NRW auf. Nach seiner Dissertation in Göttingen engagierte sich Schulte in der staatlichen Entwicklungshilfe, zuerst in Südamerika bis 1992, dann von 1993 bis 1996 als Projektleiter eines deutsch-indonesischen Forstprojektes.

Danach kehrte er nach Europa zurück und habilitierte an der Universität fuür Bodenkultur Wien. Zeitgleich erhielt er eine Professur fur Waldökologie und Klimakunde an der Universität-GH Paderborn, die er von 1996 bis 2003 innehatte. Seit Oktober 2003 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und leitet das dortige Wald-Zentrum. Seit 2004 ist Schulte zudem alleiniger Gesellschafter der Silvavest, einer Gesellschaft für nachhaltige Agrar- und Waldinvestments und vertritt zudem geschäftsfuührend die Hauptgeschäftsfuührerin Susanne Bergmann.