Studie von American Century Investments Deutsche Anleger müssen bei Nachhaltigkeit aufholen

Photovoltaikanlage am Flughafen Wien

Photovoltaikanlage am Flughafen Wien: Das Geld von Impact Investoren fließt häufig in nachhaltige Infrastrukturprojekte. Foto: Imago Images / Xinhua

Immer mehr Investoren wollen mit ihrer Geldanlage eine positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft erzielen. Das Interesse am sogenannten Impact Investing hat einer Umfrage der Fondsgesellschaft American Century Investments zufolge ein Allzeithoch erreicht. Für die repräsentative Studie wurden je 1.000 Anleger aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien befragt.

Deutschland hinkt demnach hinterher: Während sich in den USA 61 Prozent der Befragten für Impact Investing interessieren, sind es hierzulande nur 44 Prozent. Dafür sieht die Fondsgesellschaft vor allem einen Grund: „Hier scheinen viele Anleger die entsprechenden Möglichkeiten noch gar nicht zu kennen“, so Volker Buschmann von American Century Investments. So antworteten 35 Prozent der Befragten aus Deutschland auf die Frage, wie ansprechend sie die Idee des Impact Investing finden, mit „ich weiß nicht“. Zum Vergleich: In den USA waren es nur 17 Prozent.

Bei der Geldanlage schauen deutsche Investoren vor allem auf Rendite, Risiko und Anlagedauer, so die Studie. Dabei würde sich Impact Investing für Anleger durchaus lohnen, so Sarah Bratton Hughes, Nachhaltigkeitschefin von American Century Investments: „Nachhaltiges Investieren reduziert nicht nur das Risiko, sondern generiert Überrenditen.“

Für alle Regionen gilt dabei gleichermaßen: Jüngere Menschen fühlen sich vom Konzept des Impact Investing eher angesprochen als ältere. Die Studie unterscheidet dazu die Generation der Millenials, die Generation X und die Babyboomer. Die größten Anhänger des Investierens mit messbarem Ziel sind Millenials in Großbritannien, von denen zwei Drittel die Idee „sehr ansprechend“ oder „ansprechend“ finden. Bei deutschen Millennials ist es immerhin die Hälfte, bei deutschen Babyboomern nur noch ein Drittel. Sie sind zugleich die Gruppe, von denen fast die Hälfte mit „ich weiß nicht“ antwortet.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch über die Ziele, die mit dem Impact Investing verfolgt werden sollen. In Deutschland liegen Umweltschutz und Klimawandel vorn – dieser Bereich wird von mehr als einem Drittel als Top-Priorität genannt. Es folgen die Bekämpfung von Armut (19 Prozent) sowie die Gesundheitsversorgung und Erforschung von Therapien (17 Prozent). Dieser Bereich liegt bei den US-Anlegern vorn (25 Prozent) und in Großbritannien mit 28 Prozent auf dem zweiten Platz.

„Wenn Anleger über die Ziele von Impact Investing nachdenken, gehört das Gesundheitssystem und die medizinische Versorgung überall zu den Top-Prioritäten“, sagt Volker Buschmann. Dieser Trend dürfte sich durch die Corona-Pandemie noch verstärken, heißt es in der Studie weiter.