Studie von Willis Towers Watson Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern

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Unregulierte Investoren wiederum haben die Allokation in Anleihen zugunsten alternativer Investments zurückgefahren. Die Anleihequote dieser Investorengruppe ist mit 44 Prozent deutlich niedriger im Vergleich mit den regulierten Anlegern (siehe Grafik 2). 

Grafik 2: Portfoliostruktur unregulierter Investoren 

Die Studienmacher sind auf einen scharfen Rückgang im Anleihebestand gestoßen. Die Quote sank gegenüber 2018 von 58 Prozent auf 44 Prozent. Die unregulierten Anleger investieren deutlich mehr in Aktien, auch wenn ihre Aktienquote zuletzt von 25 auf 21 Prozent schrumpfte. Erhebliche Zuwächse gab es bei alternativen Anlagen. Ihr Anteil in den Portfolios unregulierter Investoren liegt inzwischen bei 22 Prozent (2018: 5 Prozent), während sie 14 Prozent in Immobilien und Kasse (2018: 12 Prozent) halten.

„Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern“, kommentiert Nigel Cresswell, Leiter Investmentconsulting bei Willis Towers Watson in Frankfurt, diese Entwicklung. „Die Empfehlung zur Reallokation in alternative, illiquide Anlageklassen, um dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld zu begegnen, hat sich bei den Investoren weiterhin noch nicht umfassend durchgesetzt. Aktuell sehen wir starke Zuflüsse nur in einzelnen Anlageklassen wie zum Beispiel Private Equity, was auch hier schrumpfende Renditeniveaus zur Folge haben wird und den Trend, in bestimmten Anlagemustern zu verharren, unterstreicht“, sagt Cresswell und unterstreicht, dass Pensions-Portfolios weiterhin von Anleihen dominiert werden. „Illiquiditätsprämien werden zwar genutzt, jedoch zu Lasten anderer Renditequellen anstatt die Anleihequote zu reduzieren. Dabei nutzen regulierte Pensionsanleger den vorhandenen Risiko-Spielraum nicht aus. Mit dieser Portfolio-Struktur können die erforderlichen Renditen nicht erwirtschaftet werden“, so Cresswell.

Die Studienmacher haben die Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung mit Erkenntnissen aus der ersten Auflage der Studie vor zehn Jahren verglichen. Demnach ist zwar der Anteil an alternativen Anlagen zwar deutlich gestiegen, nämlich von durchschnittlich sechs Prozent im Jahr 2010 auf heute neun Prozent bei regulierten und 22 Prozent bei unregulierten Investoren. „Wir hätten jedoch einen noch stärkeren Anstieg erwartet“, erläutert Tobias Bockholt, Senior Investment Consultant bei Willis Towers Watson.

Den Grund für das zögerliche Vorgehen der Investoren sieht Bockholt in den hohen Anforderungen für diese Anlageklasse. „Insbesondere kleinere Anleger verfügen nicht über ausreichend Ressourcen, um das hierfür notwendige Know-how aufzubauen. Mit Blick auf die erforderlichen Renditen wären jedoch ein dynamischeres Anlageverhalten und eine informierte Risikonutzung angebracht“, so Bockholt. 

Mit Blick auf diese Problematik zeigt sich unter Pensionsanlegern ein wachsender Trend, Investment-Entscheidungen insbesondere im Bereich der illiquiden Anlageklassen auszulagern. Laut Studie verfolgen 7 Prozent der Befragten (2018: 3 Prozent) entsprechende Pläne. Durch ein solches Outsourcing wollen Anleger insgesamt vor allem eine verbesserte Kosteneffizienz sowie eine höhere Portfoliorendite erreichen.

Abseits illiquider Anlageklassen zeigt sich ein anderes Bild: Hier ist die Zahl der Investoren, die Pläne für mehr Outsourcing verfolgen, in den vergangenen Jahren deutlich von 25 Prozent (2017) auf nunmehr 10 Prozent gesunken. Die Entwicklung lässt vermuten, heißt es bei Willis Towers Watson, dass einige Investoren ihre Pläne inzwischen umgesetzt oder zurückgestellt haben.

Portfoliostrategien im Wandel der vergangenen zehn Jahre

  • Bei den Umfrageteilnehmern ist es inzwischen Standard, die Portfoliostrategie durch Asset-Liability-Management-Studien (ALM-Studien) verpflichtungsorientiert auszurichten.
  • Die Portfolioanteile in Immobilien sind seit 2010 signifikant gestiegen und betragen selbst im Durchschnitt über alle Studienteilnehmer hinweg mehr als 10 Prozent.
  • Während Schwellenländeranleihen vor zehn Jahren nur eine Randerscheinung in Portfolios waren, sind diese als Kernbestandteile aus heutigen Portfolios nicht mehr wegzudenken.
  • Was die Steigerung alternativer Anlagen betrifft, hat eine Verdoppelung bei regulierten Investoren zehn Jahre gedauert, während unregulierte Anleger die Portfolioanteile in dem Zeitraum mehr als verdreifacht haben.
  • Im Gegensatz zu heute waren Inflation und die Absicherung von Inflationsrisiken vor zehn Jahren noch wichtige Themen.


Über die Studie: Für die Studie „Pension Risk Management und Anlage von Pensionsvermögen 2019“ befragte Willis Towers Watson von Juli bis September 2019 Entscheider aus insgesamt 38 deutschen Unternehmen, Stiftungen, CTAs sowie Pensionseinrichtungen mit einem Anlagevermögen von insgesamt 163 Milliarden Euro.