Studie von Willis Towers Watson Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern

Nigel Cresswell ist Leiter Investmentconsulting bei Willis Towers Watson in Frankfurt: Mit Blick auf die Studie kommentiert er: „Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern.“ | © Willis Towers Watson

Nigel Cresswell ist Leiter Investmentconsulting bei Willis Towers Watson in Frankfurt: Mit Blick auf die Studie kommentiert er: „Pensionsanleger verharren in alten Anlagemustern.“ Foto: Willis Towers Watson

Deutsche Investoren, die Pensionsgelder verwalten, haben ihre Anlagestrategie unter dem Druck des anhaltenden Niedrigzinsumfelds in den vergangenen Jahren angepasst. Allerdings haben nur 71 Prozent ihre Renditeziele im Jahr 2018 erreicht (2017: 96 Prozent). Das zeigt die aktuelle Studie „Pension Risk Management und Anlage von Pensionsvermögen“ von Willis Towers Watson.

Ein Grund für den geringeren Grad der Zielerreichung ist der Anstieg der negativ verzinsten Anleihen. Während der Umfrage im Spätsommer 2019 lag der globale Bestand an negativ verzinslichen Anleihen bei über 14 Billionen Euro und damit auf historischen Höchstständen. Kurzfristig ist das für viele Großanleger zu einem großen Problem geworden. Mit Blick auf die vergangenen drei Jahre haben 87 Prozent der Umfrageteilnehmer (2010: 86 Prozent, 2017: 74 Prozent) ihr Renditeziel erreicht.

Für die inzwischen zehnte Studie dieser Art hat das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson von Juli bis September 2019 Entscheider aus insgesamt 38 deutschen Unternehmen, Stiftungen, Pensionstreuhändern (Contractual Trust Arrangements, CTAs) sowie Pensionseinrichtungen mit einem Anlagevermögen von insgesamt 163 Milliarden Euro befragt. Verglichen mit früheren Studien ist das ein neuer Rekord.

Im Rahmen der ersten Studie im Jahr 2010 befragte die damalige Towers Watson, die fünf Jahre später mit dem Versicherungsmakler Willis Group fusionierte, Anleger mit einem kumulierten Anlagevermögen von 70 Milliarden Euro. Unter den Umfrageteilnehmer sind einige Organisationen, die durch aufsichtsrechtliche Vorgaben in der Kapitalanlage sehr stark reguliert sind, während andere Teilnehmer einen größeren Anlagespielraum haben. Dieser Unterschied spiegelt sich in den Ergebnissen der Untersuchung wider. 

Wie der aktuellen Studie zu entnehmen ist, besteht der Großteil der Portfolios regulierter Investoren weiterhin aus Anleihen. Gegenüber der Umfrage aus dem vergangenen Jahr ist der Anteil der Anleihen in den Portfolios um einen Prozentpunkt auf 65 Prozent gesunken. Die Aktienquote der Umfrageteilnehmer liegt im Durchschnitt bei 10 Prozent (2018: 66 Prozent), wie Grafik 1 zeigt. Immobilien, alternative Anlagen und der Kassenbestand summieren sich bei den regulierten Investoren zusammen auf 25 Prozent (2018: 22 Prozent). 

Grafik 1: Portfoliostruktur regulierter Investoren