Europaweite Studie An der Aktienquote scheiden sich die Geister

Deckblatt der Mercer-Studie.   | © Mercer, Screenshot

Deckblatt der Mercer-Studie. Foto: Mercer, Screenshot

Analysen, die sich den Kapitalanlagen institutioneller Investoren widmen, gibt es viele. Und es gibt sie regelmäßig, wie zum Beispiel die neue und jährlich erscheinende Studie „European Asset Allocation Survey“ des Beratungshauses Mercer. Vielen Anlegerstudien mangelt es allerdings an einer aussagekräftigen Teilnehmerzahl. Dort, wo nur eine kleine Gruppe an Studienteilnehmern zusammenkommt, lassen sich die Aussagen nicht verallgemeinern.

Bei der neuen Mercer-Studie ist das nicht der Fall: 876 institutionelle Investoren aus zwölf Ländern, darunter vor allem Pensionseinrichtungen aus Großbritannien, Deutschland und Dänemark, haben Informationen beigesteuert. Zusammengenommen verwalten die Großanleger Vermögenswerte in Höhe von 1.000 Milliarden Euro.

Doch wie legen sie die Mittel an? Die folgende Abbildung gibt einen Überblick, was die Zusammensetzung der Kapitalanlagen betrifft. Demnach haben die Pensionseinrichtungen in Belgien die höchste Aktienquote: 45 Prozent der angesparten Rentenvermögen sind dort in Eigenkapitaltiteln investiert. Zum Vergleich: Über sämtliche Studienteilnehmer und Ländergrenzen hinweg liegt die Aktienquote bei 25 Prozent. In Dänemark und auch in der Bundesrepublik liegt sie im Durchschnitt deutlich darunter. 

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Pensionseinrichtungen in Belgien haben im europaweiten Vergleich die höchste Aktienquote.

Ferner zeigt die Abbildung, dass sich die Strukturen der Kapitalanlagen von Land zu Land zum Teil deutlich unterscheiden. Während italienische Pensionseinrichtungen bei den Anlagen abseits von Aktien, Anleihen und Grundbesitz – bei den alternativen Investments also – mit einem Anteil von 43 Prozent eine besonders hohe Quote aufweisen, liegt der Referenzwert in Norwegen bei marginalen 4 Prozent.

Warum das so ist und wie die Subanlageklassen in den einzelnen Ländern aussehen, bleibt offen. Ohnehin sind vereinfachende Übersichten wie diese mit Vorsicht zu genießen. Das zeigt folgendes Beispiel: Staatsanleihen oder Emerging Market Debt in Lokalwährung klassifizieren beide als Anleihen, sie haben aber ein höchst unterschiedliches Risiko- und Renditeprofil.