Private-Equity-Barometer von Coller Capital Der Wunschzettel der Private-Equity-Investoren

Michael Schad ist Partner und Leiter Investment-Management bei der Investmentgesellschaft Coller Capital.  | © Coller Capital

Michael Schad ist Partner und Leiter Investment-Management bei der Investmentgesellschaft Coller Capital. Foto: Coller Capital

Transparenz hui, Klimawandel pfui: Die Stimmungslage von institutionellen Anleger gegenüber Private-Equity-Fondsmanagern ist im jüngst erschienenen Global Private Equity Barometer von Coller Capital recht klar. Demnach ist die Zufriedenheit der Institutionellen als Limited Partners (LPs) mit den Private-Equity-Managern (General Partners, GPs) hinsichtlich Informationsfluss und Kommunikation deutlich angestiegen. Waren nach der Finanzkrise nur zwei von fünf LPs mit der Transparenz zufrieden, sind es heute vier von fünf.

„Wie sehr sich die Private-Equity-Branche in den Jahren seit der globalen Finanzkrise verändert hat, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass die Mehrheit der Investoren jetzt zufrieden ist mit der Transparenz“, findet Michael Schad, Leiter Investment-Management bei Coller Capital.

Nicht zufrieden sind viele Investoren mit den General Partners, den Private-Equity-Managern beim Thema Klimawandel. Diese würden die Umwelt bei ihrer Investitionspolitik und -praxis nicht ernst genug nehmen, so der Vorwurf. Anmerken muss man dabei, dass die Einstellungen der institutionellen Anleger von Region zu Region sehr verschieden ausfallen. So sagen mehr als die Hälfte der europäischen Investoren, dass ihre eigene Organisation bis 2030 CO2-neutral sein wird. Demgegenüber geben zwei Drittel der US-amerikanischen LPs an, dass sie in absehbarer Zukunft nicht CO2-neutral sein werden.

„Der Klimawandel bleibt ein brisantes Thema unter Investoren“, sagt Jeremy Coller, Investmentchef der auf den Private-Equity-Sekundärmarkt spezialisierten Coller Capital. „In weiten Teilen der Welt gibt es selbst innerhalb der LP-Organisationen nur begrenzte Übereinstimmung darüber, was getan werden muss. Aber auch im Bereich Private Equity gilt: die jeweils beste Praxis wird zum Vorbild für andere.“

Was zeigt das Barometer noch? Dass viele Private-Equity-Investoren glauben, dass die steigenden geopolitischen Spannungen in den nächsten Jahren einen wesentlichen Einfluss auf die Asset-Allokation in Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds haben werden. Viele erwarten zudem ein höheres politisches Risiko in den aufstrebenden Private-Equity-Märkten, darunter in Russland, China, und im Nahen Osten. Südostasien und Indien indes werden als politisch weniger riskant angesehen.

Hinzu kommt, dass die Befragten eine Konzentration erwarten. Drei Viertel der LPs gehen davon aus, dass die größeren Private-Equity-Häuser in den nächsten fünf Jahren einen wachsenden Anteil des gesamten Private-Equity-Engagements auf sich ziehen werden. Gleichzeitig zur erwarteten Bündelung der Private-Equity-Assets wollen die institutionellen Anleger ihre Investments auf mehr Anbieter verteilen. Dieser Trend ist laut Studienautoren besonders bei Staatsfonds und Versicherern ausgeprägt.

Was erwarten die Befragten Investoren noch?

  • Zwei Drittel sind besorgt, dass die Verwendung von zukunftsorientierten Ebitda-Zuschlägen durch GPs das Risiko von Private-Equity-Investitionen wesentlich erhöht.
  • Nur einer von fünf Investoren verlangt derzeit von seinen Private-Equity-Managern eine unabhängige Portfolio-Bewertung. Aber dieser Anteil dürfte in absehbarer Zeit auf fast die Hälfte steigen.
  • Verbesserte Portfolio-Übersicht: Etwa ein Drittel der LPs arbeitet mit Anbietern aggregierter Private-Equity-Daten zusammen, die direkt von GPs bezogen werden. Dieser Anteil wird innerhalb der nächsten drei Jahre auf drei Fünftel steigen.