Erstes Halbjahr 2019 Anleger lassen die Finger von Hotels

Intercontinental ist mit 676.000 Zimmern die größte Hotelgruppe der Welt. Im Bild das Interconti in Genf.  | © Getty Images

Intercontinental ist mit 676.000 Zimmern die größte Hotelgruppe der Welt. Im Bild das Interconti in Genf. Foto: Getty Images

Der weltweite Markt für Investitionen in Hotels ist im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Dem Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang Lasalle zufolge, wechselten zwischen Januar und Juni 2019 Hotels im Wert von 24,6 Milliarden US-Dollar den Eigentümer. Das waren 18 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018. Damals lag das Transaktionsvolumen bei 30,3 Milliarden US-Dollar.

Einen heftigen Einbruch verzeichnete der amerikanische Hotelmarkt mit einem Rückgang um 31 Prozent auf 11,0 Milliarden US-Dollar. Auf dem mit Abstand größten Markt der Region Amerika, den USA, kollabierte der Umsatz um 28 Prozent auf 10,6 Milliarden US-Dollar. Laut JLL kam es zu dem Rückgang, weil in dem Zeitraum keine großen Immobilienpakete gehandelt wurden. Das Volumen bei Einzeltransaktionen sei dagegen stabil geblieben. Für den weiteren Jahresverlauf geht JLL für die USA von steigenden Aktivitäten und einigen hochkarätigen Transaktionen aus. 

Stabiles Interesse an europäischen Hotels

Vergleichsweise stabil entwickelten sich im ersten Halbjahr 2019 die Immobilienmärkte im Großraum Europa, Afrika, Naher Osten. Laut JLL fanden Immobilien im Wert von 9,3 Milliarden US-Dollar einen Käufer. Das entspricht einem Minus von 2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2018. Im Großraum Asien-Pazifik schrumpfte der Hotelimmobilienmarkt um 3 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar. 

Nach Einschätzung von Stefan Giesemann von der JLL-Hotels- und Hospitality-Gruppe sind Hotels trotz des rückläufigen Transaktionsvolumens für Anleger weiter interessant. „Der Anlagedruck bleibt hoch, das Interesse ist aufgrund höherer Erträge und Renditepotentiale im Vergleich etwa mit der Asset-Klasse Büro ungebrochen“, argumentiert Goesemann und räumt zugleich ein, dass die gedämpfte konjunkturelle Entwicklung nicht außer Acht gelassen werden dürfe. „Wir gehen aber davon aus, dass Investoren bei Assets und Märkten weiterhin stärker auf sichere Anlagen wie Immobilien setzen werden. Für den Hotelbereich ist bereits ein vermehrtes Interesse hotelfremder Käufer und Finanzierer erkennbar.“