Wegen Tesla-Token Bafin verwarnt weltgrößte Kryptogeldbörse

Die Zentrale der Bafin in Frankfurt

Die Zentrale der Bafin in Frankfurt: Die Aufichtsbehörde verwarnt die Kryptogeldbörse Binance Foto: Imago Images / Hannelore Förster

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat den deutschen Ableger der ursprünglich chinesischen Kryptogeldbörse Binance verwarnt. Konkret geht es um das auf der Plattform angebotene Tesla-Token. Die Bafin sieht den Verdacht eines Verstoßes gegen die Prospektpflicht nach Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung gegeben. Ein solcher Verstoß kann mit einer Geldbußen von 3 Millionen bis 5 Millionen Euro oder mit bis zu drei Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden. Mit der Einleitung des Ermittlungsverfahrens ist Binance nun zu einer Stellungnahme zum Vorwurf aufgefordert.

Seit einigen Wochen hat Binance Deutschland ein Angebot für Aktien-Token im Portfolio. Das wird über die Münchener CM Equity  abgewickelt, die über eine Bafin-Lizenz verfügt. In Deutschland dürfen Wertpapiere aber nur dann auf den Markt gebracht, wenn auch ein von der Bafin gebilligter Prospekt dazu veröffentlicht wird, erklärt die Behörde. Bei dem Token fehlten die Prospekte und ein Grund für eine Ausnahme sei nicht erkennbar, heißt es in der Mitteilung der Bafin. Auch die britische Aufsicht FCA hat, wie die Financial Times berichtet, Zweifel daran ob Binance die Wertpapierregeln korrekt umsetzt. 


Binance ist derzeit, mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von über 20 Milliarden Dollar, die größte Kryptobörse der Welt. Ursprünglich 2017 in China gegründet, wechselte das Unternehmen schon mehrfach den Sitz. Seit 2020 ist es in Malta beheimatet. Kritiker sehen in den häufigen Umzügen den Versuch, sich Regulierungsauflagen zu entziehen. Angeboten werden bei der Börse derzeit Tokens für Aktien von Apple, Tesla, Microstrategy und Coinbase. Token sind Ausführungen, also Derivate, die auf einer bestimmten Aktie basieren und deren Wertentwicklung nachvollziehen.