US-Investoren in Kauflaune Wem gehört der Dax?

Handelssaal der Deutschen Börse: Der Börsenplatz Frankfurt spielt im Dax-Handel wieder eine größere Rolle.

Handelssaal der Deutschen Börse: Der Börsenplatz Frankfurt spielt im Dax-Handel wieder eine größere Rolle. Foto: imago images / STPP

Waren es 2018 aktive US-Fondsmanager, die ihren Anteil am Streubesitz deutscher im Dax gelisteten Konzern erhöhten, traten 2019 vor allem ETFs als Käufer des hiesigen Leitindex auf. Der Anteil amerikanischer Investoren stieg um 1,3 Prozentpunkte auf 36 Prozent des Dax-Streubesitzes in institutioneller Hand. Insgesamt stieg der Streubesitz von Großanlegern auf etwa 61 Prozent der Marktkapitalisierung des Dax (aktuell: 1.158 Milliarden Euro). Das hat die jüngste Marktstudie „Investoren der Deutschland AG 7.0“ vom Deutschen Investor Relations Verband (DIRK) in Zusammenarbeit mit IHS Markit ergeben.  

„Der Dax steht zunehmend im Fokus internationaler Investoren. Das erhöhte Interesse von amerikanischen Anlegern bei gleichzeitigem Weggang heimischer Investoren spiegelt die Beliebtheit deutscher Gesellschaften im Ausland wider“, so Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK.

Auch haben extra-finanzielle Investmentkriterien und ein gestiegenes Vertrauen auf eigene Abstimmrichtlinien bei den Investoren zugenommen. Zu erkennen sei dies an der größer werdenden Relevanz der ESG-Integration in den Anlage-Entscheidungen und einem zunehmenden Vertrauen auf eigene Abstimmrichtlinien und generell kritischerer Haltung gegenüber den Dax-Konzernen. Zwar würden Stimmrechtsberater weiterhin eine wichtige Rolle spielen, deren Research etwas 75 Prozent der Fondsgesellschaften nützen würden. Allerdings verlassen sich mehr als 9 von der Top-100-Investoren im Dax auf ihre internen Richtlinien zur finalen Abstimmungsentscheidung.

„Der globale Trend zur steigenden Integration von Nachhaltigkeitskriterien spiegelt sich auch in der Aktionärslandschaft Deutschlands wider. Über 80 Prozent der globalen Vermögensverwalter widmen sich verstärkt dem Thema ESG, Tendenz steigend“, so Andreas Posavac, global Leiter ESG, M&A & Corporate Governance bei IHS Markit. „Verbunden mit den erhöhten regulatorischen und Best-Practice-Kapitalmarktanforderungen, wird ESG weiter ein Disruptor bleiben, der Unternehmensführung, Stakeholder-Kommunikation und Kapitalmarktzugang nachhaltig verändert.“

Des Weiteren stellen die Studienautoren fest, dass der Anteil des Aktienhandels der Deutschen Börse stark zugelegt hat, während außerbörsliche Handelsplätze an Bedeutung verloren haben. Trotzt des Brexits bleibe London das Top-Roadshow-Ziel für viele Dax-Unternehmen.