Private Banking für Unternehmerfamilien, Teil 6 Die Organisation der ganzheitlichen Beratung

Seite 3 / 3

Zusammenarbeit mit anderen Institutssegmenten

Das Private Banking für Unternehmerfamilien ist ein spezielles Segment, in dem es viele thematische Überschneidungen mit bereits bestehenden Segmenten gibt. Dementsprechend ist es wichtig, dass der PB-UF-Berater auf das Know-how von Spezialisten aus dem gesamten Institut zurückgreifen kann. Die Organisation sollte also die Möglichkeit einräumen, gegebenenfalls Spezialisten aus folgenden Themenbereichen vorübergehend in die Prozesse des PB-UF einzugliedern:

  1. Die Firma des Unternehmers – Struktur, Wertschöpfungskette und mehr
  2. Immobilien, die der Unternehmer an das Unternehmen verpachtet
  3. Privat genutzter Immobilienbesitz
  4. Das Eigentum des Familienunternehmers
  5. Wertpapiere in Depots
  6. Liquide Geldmittel
  7. Lebensversicherungen
  8. Private Equity
  9. Geschlossene Fonds
  10. Wertobjekte wie Kunstwerke oder Sammlerobjekte

Entscheidungsgremien und Regelkreise frühzeitig definieren

Hierarchisch stehen drei Entscheidungsinstanzen über dem Private Banking für Unternehmerfamilien:

  1. Auf Vorstandsebene gibt es typischerweise einen übergreifenden Marktvorstand oder einen Vorstand Private Banking und einen Vorstand Firmenkunden
  2. Darunter befindet sich der Bereichsleiter für das gesamte Private Banking (für Privatkunden und für Unternehmerfamilien)
  3. Und darunter wiederum die Teamleiter für das Private Banking für Privatkunden sowie PB-UF

Idealerweise werden auf Vorstandsebene grundsätzliche Fragen geklärt, welche die generelle Ausrichtung von Institut und PB-UF-Segment bestimmen. Der Bereichsleiter Private Banking koordiniert wiederum übergeordnete Prozesse des gesamten Private Bankings und stimmt sich mit dem Gesamtleiter Firmenkunden ab – und dient als Vermittler zum Vorstand. Erst auf Ebene der Teamleiter werden die Entscheidungen des täglichen operativen Geschäfts getroffen (Alltagsprozesse wie Deckungsbeitragszuordnung). Gleichzeitig übernehmen die Teamleiter die Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Teamleitern aus dem Firmenkunden-Banking. Eine solche strikte Aufteilung ist auf allen Ebenen wichtig, um Aufgaben so eindeutig zu gestalten, dass im täglichen operativen Geschäft keine Fragen bezüglich der Befugnisse innerhalb der Hierarchie entstehen.

Jetzt ist Ihr Team bereit

Nachdem wir die übergreifende Strategie, die Alleinstellungsmerkmale (USPs) unserer Finanzprodukte, die Zielkunden und das konkrete Angebot definiert haben und bereits unsere Mitarbeiter eingestellt und die passenden internen Strukturen für sie geschaffen haben, ist das Private Banking für Unternehmerkunden nun bereit für den Markt.

Serie Private Banking für Unternehmerfamilien
Teil 1:
Vision und Strategie der ganzheitlichen Beratung
Teil 2: Sich bei USP und Markenidentität als Apple der Branche aufstellen
Teil 3: Teilen Sie die Kunden auf keinen Fall in Regionen auf
Teil 4: Angebot und Preispolitik der ganzheitlichen Beratung
Teil 5: Das Personalkonzept der ganzheitlichen Beratung



Über den Autor:
Dirk Wiebusch ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Unternehmerfamilien (IFUF). Er berät seit mehr als 25 Jahren Familienunternehmen und Unternehmerfamilien. Seine Erfahrung gibt Wiebusch in Seminaren und Vorträgen an Finanzdienstleister weiter.