Störung behoben Apobank kämpfte mit massiven Problemen beim Kernbankensystem

Die Zentrale der Apobank in Düsseldorf

Die Zentrale der Apobank in Düsseldorf: IT-Probleme im Kernbankensystem hatten am Montag unter anderem bei Apothekern für Aufregung gesorgt. Foto: apoBank

Die Apobank hat am Montag mit massiven Störungen in der IT-Infrastruktur kämpfen müssen. Eine Sprecherin bestätigte: „In diesem Zeitraum waren verschiedene Dienstleistungen nicht abrufbar.“ Nach Informationen des private banking magazins waren am 24. Oktober ab etwa 0 Uhr erste Probleme im Kernbankensystem aufgetreten. Die Bank rief daraufhin einen „P1 Incident“ aus – der im IT-Sprech und der zugehörigen Prioritätenmatrix einen Vorfall mit höchstmöglicher Wichtigkeit kennzeichnet, da zum einen tiefgreifende Auswirkungen und zum anderen eine hohe Dringlichkeit besonders gegeben sind. 

Probleme sind wohl keine Folge der verpatzten IT-Migration 2020

Kundinnen und Kunden der Apobank bekamen die Probleme im Kernbankensystem vor allem bei Überweisungen zu spüren, die nicht aufgegeben werden konnten. Laut eines Berichts des Branchenmagazins Apotheke Adhoc beschwerten sich Apotheken darüber, dass keine Zahlungen getätigt werden konnten. Auch für die Apobank-Mitarbeitenden waren wohl mehrere IT-Anwendungen nicht abrufbar, unter anderem auch die Software für das Kundenmanagement.

Die Bank mobilisierte nach Informationen der Redaktion sämtliche technischen Abteilungen und tauschte sich durchgehend mit dem externen Dienstleister Avaloq aus, der seit 2020 das Kernbankensystem für Deutschlands größtes genossenschaftliches Geldinstitut bereitstellt. Avaloq wollte kurzfristig keinen Kommentar zu den massiven Problemen der Apobank abgeben. Die Störung der Systeme wurde bis Montagnachmittag behoben. Die Überweisungen, die die Kundinnen und Kunden der Bank im Laufe des Tages aufgegeben hatten, wurden in der Folge verspätet ausgeführt.

 

Als die Apobank 2020 die IT auf die Avaloq-Systeme migrierte, hatte es massive Probleme gegeben, die lange nachwirkten. Auch der Abgang des ehemaligen Vorstandschefs Ulrich Sommer soll dem Vernehmen nach mit der verpatzten IT-Umstellung zusammenhängen. Sommer hatte Ende 2020 vor allem gegen den ehemaligen IT-Dienstleister Fiducia & Gad ausgeteilt. Die neuerlichen Probleme mit den IT-Anwendungen seien allerdings keine Spätfolge der Umstellung, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage des private banking magazins mit. Laut eines Medienberichts sollen Weiterentwicklungen an der Software und Updates die Ursache des Problems gewesen sein.