Banken EZB bringt Leitfaden zum Klimawandel

Sitz der EZB in Frankfurt am Main

Sitz der EZB in Frankfurt am Main: Sie hat einen Leitfaden für Banken zum Umgang mit dem Klimawandel veröffentlicht Foto: Imago / Marcel Lorenz

Nach öffentlichen Konsultationen hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitfaden für Banken zum Umgang mit Klima- und Umweltrisiken veröffentlicht, der mit sofortiger Wirkung gilt. Er zeigt auf, wie Banken aus Sicht der EZB Klima- und Umweltrisiken entsprechend der geltenden aufsichtlichen Regelungen umsichtig steuern und auf transparente Weise offenlegen sollten.

EZB will in zwei Schritten vorgehen

Für die nahe Zukunft plant die EZB zwei Schritte: Sie wird die Banken Anfang 2021 dazu auffordern, gemessen an den im Leitfaden formulierten aufsichtlichen Erwartungen eine Selbsteinschätzung durchzuführen und auf Basis des Ergebnisses Maßnahmenpläne zu erarbeiten.

Diese Selbsteinschätzungen beurteilt die Zentralbank dann und wird sie beim aufsichtlichen Dialog hinterfragen. 2022 ist vorgesehen, die Verfahren der Banken einer eingehenden aufsichtlichen Überprüfung zu unterziehen und gegebenenfalls konkrete Folgemaßnahmen zu ergreifen.

Klimarisiken werden 2022 Teil des Banken-Stresstests

Die Bedeutung des Klimawandels für die Wirtschaft nehme stetig zu, und es spreche immer mehr dafür, dass er finanzielle Folgen für Banken habe, heißt es von der EZB. Vor diesem Hintergrund werde sie Klimarisiken zum Schwerpunkt ihres nächsten Stresstests machen, der 2022 anstehe. Nähere Informationen hierzu will die EZB im Laufe des kommenden Jahres bekannt geben.

Die EZB hat außerdem einen Bericht veröffentlicht, der aufzeigt, dass Banken bei der Offenlegung ihrer Klima- und Umweltrisiken Nachholbedarf haben. So seien seit 2019 zwar Fortschritte erzielt worden, doch müssten Banken noch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre offengelegten Informationen mit entsprechenden quantitativen und qualitativen Daten zu unterlegen, teilt die EZB mit. Sie will in der zweiten Jahreshälfte 2021 ermitteln, wo noch Handlungsbedarf besteht und wird diesen dann mit den Banken erörtern.

Im Verlauf der öffentlichen der Konsultation gingen mehr als 50 Kommentare bei der EZB ein. Sie stammen aus einem breiten Spektrum von Interessenträgern – beispielsweise aus dem Bankensektor.

Die endgültige Fassung des Leitfadens der EZB kann hier heruntergeladen werden.