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Ukraine-Überfall und Kapitalanlage Die Konfliktdauer entscheidet alles

Ukrainische Flüchtlinge in Lwiw/Lemberg

Ukrainische Flüchtlinge in Lwiw/Lemberg: Von der Rohstoffinflation profitieren Rohstoffexporteure; Länder, die Rohstoffe importieren müssen, verlieren an Wohlstand. Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Gene Podkaminer, Franklin Templeton

Russland trägt nur in unerheblichem Maß zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt bei (2 Prozent). Der Anteil am Marktvolumen der Kapitalmärkte ist noch geringer (0,2 Prozent). Doch das Land ist ein großer Rohstoffproduzent.

Auf Russland entfallen 17 Prozent der weltweiten Erdgas- und 12 Prozent der Erdölproduktion, und es ist ein wichtiger Exporteur von Agrarrohstoffen (48 Prozent der weltweiten Düngemittelausfuhren) sowie von Industrie- und Edelmetallen. Was besonders ins Gewicht fällt: Das Land stellt 41 Prozent der europäischen Erdgasimporte. Daher treiben die Sanktionen und angebotsbedingte Unterbrechungen, einschließlich der untersagten Zertifizierung der Erdgas-Pipeline Nordstream 2, die Rohstoffpreise in die Höhe.

Makroökonomische Folgen

Ein angebotsbedingter Anstieg der Rohstoffpreise hat zwei wichtige makroökonomische Auswirkungen. Erstens wird die Verbrauchernachfrage geschwächt, da die reale Kaufkraft der Haushalte und Unternehmen sinkt. Zweitens sind die kurzfristigen Inflationserwartungen mit den Energiepreisen korreliert und könnten nach oben gedrückt werden. Die Kombination aus schwächerer Nachfrage und erhöhten Inflationserwartungen stellt für die politischen Entscheidungsträger ein weiteres Problem dar: Die gesellschaftlichen Spannungen, die bereits vor den geopolitischen Konflikten, die sich jetzt weiter verstärken, eklatant zutage traten, werden sich weiter zuspitzen.

Noch ist ungewiss, welche Konsequenzen die aktuelle Situation auf die Geldpolitik haben wird. Die ersten Kommentare der Federal Reserve deuten darauf hin, dass sie den Kurs der quantitativen Straffung und der Zinserhöhungen in diesem Jahr beibehalten wird. Aber die unmittelbaren und mittel- bis längerfristigen Auswirkungen des Ukrainekriegs bleiben ungewiss.

Die Konfliktdauer ist für die Marktteilnehmer entscheidend

Angesichts der großen Unsicherheit ist jetzt eine umsichtige Vermögensallokation im Portfolio von ganz besonderer Bedeutung. Bestimmte Anlageklassen schneiden aufgrund ihrer Eigenschaften in bestimmten wirtschaftlichen Umfeldern besser ab als andere. Deshalb ist jetzt die Dauer der Auseinandersetzung in Osteuropa entscheidend: Ein langwieriger Konflikt kann zu einem Umfeld mit niedrigem Wachstum und hoher Inflation führen, während ein kurzer Konflikt letztlich vernachlässigbare Auswirkungen haben sollte.

Insgesamt könnte der Krieg in Osteuropa zu einer Verschärfung der finanziellen Bedingungen auf vielen Märkten führen. Das zeigte sich bei früheren geopolitischen Schocks, zum Beispiel dem Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973, als Ägypten, Syrien und weitere arabische Staaten Krieg gegen Israel führten, in der Ölkrise 1973, dem Iran-Irak-Krieg von 1979, dem Golfkrieg von 1990, im Gefolge des 11. September 2001 und in den darauffolgenden Kriegen in Afghanistan und Irak. In anderen Fällen, wie bei der russischen Invasion der Krim im Jahr 2014, wurden die Finanzmärkte jedoch kaum tangiert.

Absehbar ist: Die Rohstoffinflation verschiebt Einkommen von den Rohstoffimporteuren hin zu den Exporteuren. So dürfte beispielsweise die kanadische Wirtschaft – eine starke Exportwirtschaft – von höheren Rohstoffpreisen profitieren, während Japan als Rohstoffimporteur zurückstecken muss. Insgesamt dürften Unternehmen im Energie- und Rohstoffsektor gegenüber dem Verbrauchersektor profitieren. Die europäische Wirtschaft und die europäischen Märkte werden aufgrund ihrer Nähe zur Ukraine und zu Russland und ihrer teils engen Handelsbeziehungen sehr wahrscheinlich am stärksten von der militärischen Auseinandersetzung betroffen sein.

Angesichts der hohen Volatilität achten wir in den kommenden Monaten noch mehr als sonst darauf, bei der Vermögensallokation flexibel und umsichtig zu agieren.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton Investments veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.