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Krieg in Osteuropa Wie es jetzt mit russischen Aktien weitergeht

Ukraine-Präsident Wolodimir Selenski, 24. Februar 2022

Ukraine-Präsident Wolodimir Selenski, 24. Februar 2022: Nach der russischen Invasion der Krim im Jahr 2014 stürzte der MOEX Russia Index um fast 20 Prozent ab, um innerhalb von neun Monaten einen neuen Höchststand zu erreichen. Foto: Imago Images / ZUMA Press

Die schlimmsten Befürchtungen der Anleger über die Absichten Russlands gegenüber der Ukraine sind eingetroffen, nachdem Putin das Land mit seinen 43 Millionen Einwohnern angegriffen hat, um es zu „demilitarisieren“. Dies folgt auf die Anerkennung der „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk als unabhängige und souveräne Staaten.

Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau. Nach einem Anstieg des MSCI Russia Index um 14 Prozent im Jahr 2021 verzeichnete der Index im Jahr 2022 zweistellige Rückgänge, da die Anleger das Risiko von Sanktionen, Dividendenkürzungen und höheren Risikoprämien einkalkulieren.

Vor dem Russland-Ukraine-Konflikt war unsere Meinung zu Investitionen in russische Unternehmen konstruktiv, wir entschieden uns für ein diversifiziertes Engagement im Markt, darunter im Energie- und Finanzsektor. Der Markt konzentriert sich jetzt mehr auf den Konflikt als auf Investitionsmöglichkeiten in der Wirtschaft.

Grafik 1: Russische Aktien koppeln sich von der Ölpreisentwicklung ab

Die Invasion in der Ukraine stellt unsere Überzeugung hinsichtlich russischer Aktien auf die Probe, aber unsere Ansichten bleiben vorerst unverändert, selbst wenn die Performance kurzfristig unter Druck gerät. Unser bisheriger Schwerpunkt lag auf russischen Unternehmen mit starken Fundamentaldaten: Sie verfügen über eine hohe Eigenkapitalrendite, niedrige Bewertungen und unserer Ansicht nach überragende Gewinnwachstumsaussichten. Kurzfristig könnten diese Fundamentaldaten jedoch durch die jüngsten Entwicklungen untergraben werden, wodurch Volatilität und Eigenkapitalkosten steigen, was Druck auf die Renditen ausübt.

Ein Risiko sehen wir in den Sanktionen gegen einzelne Unternehmen durch die Vereinigten Staaten und die Europäische Union. Sie könnten die Liquidität einschränken und die Fähigkeit der Unternehmen zur Dividendenausschüttung beeinträchtigen – und ausländische Investitionen einschränken.

Die Lehren aus früheren russischen Militäraktionen können Anlegern, die unsere Ansicht teilen, in gewisser Hinsicht Mut machen. Nach der russischen Invasion der Krim im Jahr 2014 stürzte der MOEX Russia Index um fast 20 Prozent ab. Innerhalb von neun Monaten erreichte der Index einen neuen Höchststand, der 30 Prozent über dem Tiefststand vom März 2014 lag. Kurzfristig orientierte Anleger, die ihre Russland-Gewichtung reduzierten, verpassten anschließend eine starke Rally.

Grafik 2: Russische Aktien erholten sich nach der Krim-Invasion zügig

Im Vorfeld der COP 26 (der jüngsten Klimakonferenz der Vereinten Nationen) kündigte Russland seine Absicht an, bis 2060 das Netto-Null-Ziel zu erreichen. Dies entspricht zwar nicht dem Pariser Klimaschutzabkommen, gibt aber eine klare Richtung vor. Engagement ist der Schlüssel, um Russland zu ermutigen, seine Verpflichtung auf 2050 vorzuziehen und Ziele für 2030 festzulegen. Russland ist einer der größten Öl- und Gasproduzenten der Welt, verfügt über große Waldflächen und erzeugt 40 Prozent seines Strombedarfs aus Wasser-, Atom-, Sonnen- und Windkraft, wie die 2021 veröffentlichte Studie „BP Statistical Review of World Energy“ dokumentiert. Der Konflikt in der Ukraine sollte nicht die Notwendigkeit eines Engagements infrage stellen, das unserer Meinung nach am besten durch die Beteiligung an Unternehmen erreicht werden kann, die ihre Bereitschaft zur Dekarbonisierung zeigen.

Während die Bewertungen darauf hindeuten, dass ein Großteil der Risiken bereits eingepreist ist, bedeutet ein Kriegsszenario, dass weitere Abwärtsbewegungen wahrscheinlich sind. Der russische Aktienmarkt wird derzeit mit einem sehr niedrigen einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gehandelt. Im Gegensatz zum KGV liegen die Konsenserwartungen für die Eigenkapitalrendite Russlands im Jahr 2022 laut Bloomberg bei 15 Prozent und damit über dem langfristigen Durchschnitt und dem der Schwellenländer, der bei 13 Prozent liegt. Die Situation ist jedoch sehr dynamisch und unbeständig, und der Konflikt wird sich wahrscheinlich lange hinziehen.

Die Ölpreise sind in die Höhe geschnellt und die Gaspreise steigen, was kurzfristig die Inflation anheizt und zu einer Stagflation führen könnte, sofern die Zentralbanken die Zinssätze zu aggressiv anheben. Russland und die Ukraine sind wichtige Agrarexporteure von Weizen und Ölsaaten. Russland und Belarus sind die zweit- und drittgrößten Produzenten von Kalidünger. Die belarussischen Kali-Exporte sind bereits sanktioniert, was in Verbindung mit einem schwächeren Weizenangebot aus der Ukraine globale Auswirkungen auf die Inflation haben könnte.

Die Marktteilnehmer stehen in unbekanntem Terrain

Die Marktteilnehmer betreten im Hinblick auf die Auswirkungen eines Krieges in Osteuropa Neuland. Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland könnte andere Länder und die NATO einbeziehen, der Krieg könnte kurz, die Dauer der Besetzung aber lang sein. In den kommenden Tagen und Wochen werden die Anleger eine Reihe von Themen abwägen, darunter die Auswirkungen auf sowohl Industrie- als auch Agrarrohstoffe und die Frage, ob die derzeitige globale Inflationswelle einer Deflation weichen wird, sobald die globale Nachfrage in einem längeren Konfliktszenario nachlässt. Die Zentralbanken rund um die Welt werden die Auswirkungen auf die Nachfrage neu bewerten und prüfen, ob sie ihre geldpolitischen Leitlinien neu justieren müssen.

Ein lang anhaltender Konflikt wird sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf die geopolitische Ordnung und die Form der europäischen Grenzen für die kommenden Jahre haben und die Risikoprämien für Aktien in den Industrie- und Entwicklungsländern erhöhen. Die Anleger werden die Reaktionen der USA und Chinas genau beobachten. Peking steht aufgrund seiner Doktrin der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und der Auswirkungen auf seine Taiwan-Politik besonders im Fokus.

Wir sind weiterhin vom Potenzial unserer russischen Aktien überzeugt, solange die Sanktionen und weitergehenden Spannungen uns a) nicht davon abhalten, russische Aktien im Portfolio zu halten, oder b) sich die mit dem Besitz bestimmter Wertpapiere verbundenen Kosten erheblich erhöhen.

Zum Originalartikel mit einer Gegenüberstellung des Für und Wider bei russischen Aktien geht es hier.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton Investments veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.