VBL, Flossbach von Storch und Co. Tag Immobilien streicht Dividende, Großanlegern drohen Millioneneinbußen

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VBL, Flossbach von Storch und Co.
Tag Immobilien streicht Dividende, Großanlegern drohen Millioneneinbußen
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Baustelle in Hamburg

Baustelle in Hamburg: Tag Immobilien hat seinen Hauptsitz in der Hansestadt. Foto: Imago Images / Imagebrokers

Im aktuellen Marktumfeld sind nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat von Tag Immobilien konsequente Maßnahmen erforderlich, um der derzeitigen Unsicherheit an den Kapitalmärkten zu begegnen. Der Wohnungsinvestor streicht deshalb seine für 2022 geplante Dividende von 81 Cent je Aktie, was unterm Strich insgesamt 143 Millionen Euro gewesen wären, um mehr Finanzmittel in der Hand zu haben.

Aus demselben Grund hat das Unternehmen sämtliche Bankkredite fürs deutsche Immobilienportfolio, deren Laufzeit 2023 endet, vorzeitig abgelöst. Das neue Kreditvolumen von 260 Millionen Euro mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren ist zu 3,9 Prozent pro Jahr verzinst. Da sich die auslaufenden Kreditbeträge mit 3,4  Prozent Zinsen auf 116 Millionen Euro summieren, ergibt sich ein Liquiditätszufluss von 144 Millionen Euro.

Anfang 2024 steht die Refinanzierung des restlichen Brückenkredits für die Übernahme des polnischen Immobilienunternehmens Robyg in Höhe von 310 Millionen Euro an. Im August hatte Tag angekündigt, diese Summe durch den Verkauf von 2.800 Wohnungen in Deutschland aufzubringen, aktuell rechnet man hier mit Erlösen von 40 Millionen Euro bis Jahresende und mit 250 Millionen Euro in 2023. Planmäßig läuft das Vermietungsgeschäft, die FFO-Jahresprognose von 188 bis 192 Millionen Euro wird bestätigt. Für 2023 rechnet man aber mit einem FFO-Rückgang auf 170 bis 174 Mio. Euro vor allem wegen höherer Zinsaufwendungen.

 

 

 

Bislang hatte das Unternehmen den Aktionären eine Ausschüttung von 0,81 Euro je Aktie, nach 0,93 Euro in 2021 in Aussicht gestellt. Damit ist die von Anteilseignern erwartete Dividendenrendite von mehr als zehn Prozent – vor der Mitteilung notierte die Aktie bei etwa 6,80 Euro, aktuell nur noch 5,97 Euro – hinfällig. Für Anleger problematisch dürfte dazu auch der Kursverfall des Wertpapiers, das noch vor einem Jahr bei 25 Euro notierte, sein. Inzwischen beträgt die Marktkapitalisierung noch eine Milliarde Euro.

Großaktionäre sind neben der US-amerikanischen Massachusetts Financial Services Company (MFS) mit einem Stimmrechtsanteil von 9,9 Prozent auch die Fondsgesellschaften Blackrock mit 7,3 Prozent, Bayerninvest mit 4,9 Prozent, Flossbach von Storch mit 4,8 Prozent und die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) mit 4,7 Prozent.