Digitalisierung der Betriebsrente Unternehmen rüsten Rentensysteme auf

Ein Mann blickt auf sein Laptop: Unternehmen investieren in die Digitalisierung der Rentenverwaltung.  | © Pixabay

Ein Mann blickt auf sein Laptop: Unternehmen investieren in die Digitalisierung der Rentenverwaltung. Foto: Pixabay

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden. Das beginnt schon bei der reinen Administration und erstreckt sich auch auf die Verwaltung der Kapitalanlagen. Immer mehr Adressaten müssen in Betriebsrentensysteme eingebunden werden, darunter die Planteilnehmer, aber auch die Personal- und die Finanzabteilung der Unternehmen, die die Betriebsrente zusagen. Daneben spielen Aufsichtsbehörden, Gutachter und Kommunikationsfachleute eine wichtige Rolle. Letztere müssen den Betriebsrentnern der Zukunft verständlich vermitteln, mit welchen Auszahlungen sie rechnen können.

Das Beratungshaus Willis Towers Watson hat eine Umfrage unter 54 Unternehmen durchgeführt und kommt zu dem Fazit, dass die Verwaltung der betrieblichen Altersversorgung auf breiter Fläche modernisiert wird. Demnach stocken die Firmen ihre Budgets auf. Laut aktuellen Zahlen investiert ein Drittel der Unternehmen bis zu 30 Prozent seiner Administrationsbudgets in Digitalisierungsprojekte. Im Vorjahr investierte erst ein Fünftel eine vergleichbare Summe. 

Die Unternehmen reagieren damit laut Willis Towers Watson auf gestiegene Anforderungen an die Prozess- und Datensicherheit. Mehr als vier Fünftel der Umfrageteilnehmer erwarten für die Zukunft eine noch stärkere Automatisierung der Administrationsplattformen für Betriebsrenten. Gleichzeitig pochen die Mitarbeiter auf verständlichere und intuitiv bedienbare Rentenplattformen. „Unternehmen ziehen die längst überfällige Modernisierung der bAV-Verwaltung nach“, berichtet Michael Paulweber. Er leitet bei Willis Towers Watson den Bereich Technology and Administration Solutions.

In der Praxis ist der Digitalisierungsgrad der bAV-Administration sehr heterogen und insgesamt noch erstaunlich niedrig. Nicht einmal jeder zweite Administrationsprozess (41 Prozent), wie beispielsweise die Ermittlung von Rentenansprüchen, ist automatisiert. Die Gründe hierfür seien vielfältig und unternehmensindividuell. „Die Vorstellung, dass große Unternehmen vorausgehen und kleine Unternehmen in der Digitalisierung der bAV-Verwaltung hinterherhinken, trifft nicht unbedingt zu“, erklärt Paulweber. Vielmehr hänge der Digitalisierungsgrad neben der Budgetsituation wesentlich von der jeweiligen bAV-Landschaft im Unternehmen ab. Große Firmen, die nach Zukäufen viele unterschiedliche Pensionspläne managen, sind mit einer komplexere Ausgangssituation konfrontiert, während kleine, junge Unternehmen mit nur einem administrationsfreundlich gestalteten Pensionsplan arbeiten.


Über die Umfrage:
Im Sommer 2019 befragte Willis Towers Watson 54 Unternehmen mit insgesamt rund einer Million Mitarbeitern und rund 500.000 Leistungsbeziehern zur Digitalisierung der bAV-Funktion. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Bedeutung der Digitalisierung, die Investitionsvolumen, den Digitalisierungsgrad der bAV-Administration und -Kommunikation sowie über Veränderungen und Trends, welche die Unternehmen für die Zukunft erwarten.