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Enormes „Tenbagger“-Potenzial Für Indien scheinen die Sterne günstig zu stehen

Blick aus dem Weltraum auf Indien

Blick aus dem Weltraum auf Indien: Der Energiehunger des Landes eröffnet Investitionsmöglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien in Höhe von rund 700 Milliarden US-Dollar. Foto: Imago Images / Panthermedia

2022 stieg Indien zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt auf; das BIP des Landes überstieg 3 Billionen US-Dollar. Für Indien wird als einzige große Volkswirtschaft für 2022 und 2023 ein robustes reales BIP-Wachstum von rund 7 Prozent erwartet, die Volkswirtschaft dürfte damit rund 22 Prozent des weltweiten Wachstums anschieben. Steht Indien jetzt an der Schwelle zu langfristigem, nachhaltigen Wachstum? Und wie können Investoren daran teilhaben?

Politische Reformen wirken wachstumsfördernd

In den vergangenen Jahren wurden mehrere entscheidende Reformen umgesetzt, die Indien dabei helfen könnten, in Zukunft ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erzielen. Eine der wichtigsten Initiativen war die Förderung privatwirtschaftlicher Unternehmen zur Steigerung des BIP des Landes. Dazu gehörten eine Senkung der Körperschaftssteuersätze für neue Fertigungsstätten von 25 auf 15 Prozent im Jahr 2019 und mehrere produktionsbezogene Anreizprogramme.

 

Die Maßnahmen entsprechen weitgehend dem südasiatischen Modell des export- und investitionsgetriebenen Wirtschaftswachstums, das wir in der Vergangenheit auch in anderen Volkswirtschaften erfolgreich beobachten konnten. Zu den weiteren Reformen gehören ein vereinheitliches Waren- und Dienstleistungssteuergesetz, der Real Estate Regulation Act und das Konkursgesetz. Darüber hinaus profitiert Indien auch von einem günstigen geopolitischen Umfeld und der Diversifizierung der globalen Lieferketten, was zu einem Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen geführt hat. 

Grafik 1: BIP-Wachstumsschätzungen für die weltweit wichtigsten Regionen

Themen mit exponentiellen Wachstumschancen

Infolgedessen sehen wir Wachstumspotenzial in mehreren Bereichen, die über viele Jahre hinweg ein hohes Wirtschaftswachstum erzielen dürften:

  • Wiederaufnahme des Investitionszyklus: Da sich der Schwerpunkt von Indiens Wirtschaftsförderungspolitik auf die Steigerung der Investitionsausgaben verlagert, ist vorrangig die Kreditbranche Nutznießer der boomenden Nachfrage. In Anbetracht der Tatsache, dass viele indische Finanzinstitute den Einsatz von Technologie vehement vorantreiben und das derzeitige Kreditvolumen weniger als 60 Prozent des indischen BIP beträgt, gehen wir davon aus, dass die Kreditnachfrage in den kommenden Jahren ein Wachstumspotenzial von jährlich rund 15 Prozent hat. Der Ausbau der Infrastruktur ist ein weiteres Thema, das das Wirtschaftswachstum über viele Jahre hinweg ankurbeln dürfte; die Regierung fördert den Ausbau von Häfen und Flughäfen.
  • Verarbeitendes Gewerbe: Der Wirtschaftssektor wird von drei Schlüsselfaktoren angetrieben: Verstärkte Anstrengungen zur Diversifizierung der globalen Lieferkette, produktionsbezogene Anreize der Regierung in 14 Sektoren und niedrige Produktionskosten im Vergleich zu entwickelten Ländern. Wir erwarten, dass Indiens Produktion im verarbeitenden Gewerbe das Potenzial hat, bis 2031 um das Dreifache zu wachsen. Indische Exporteure in den Bereichen Fertigung und Automatisierung sind gut positioniert, um diese Wachstumschance zu nutzen.
  • Energiewende: Indiens Verpflichtung auf dem COP26-Gipfel konzentrierte sich auf die Verringerung der Kohlenstoffemissionen, aber auch auf die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien. Für ein Land, das mit einem schnell wachsenden Energiebedarf konfrontiert ist, ist es zwingend erforderlich, dass ein größerer Anteil (annähernd zwei Drittel bis zum Ende dieses Jahrzehnts) der neuen Energieversorgung aus sauberen Quellen stammt, vor allem aus Sonnenenergie, Biokraftstoffen und Wasserstoff. Unserer Einschätzung nach ergeben sich Investitionsmöglichkeiten im Bereich der erneuerbaren Energien in Höhe von rund 700 Milliarden US-Dollar.
  • Digitale Dienstleistungen: Da globale Unternehmen den digitalen Wandel anstreben und die globalen Technologieinvestitionen weiter steigen, könnten sich indische IT-Dienstleister einen Markt erschließen, dessen Wert sich in den nächsten zehn Jahren auf über 500 Milliarden US-Dollar fast verdreifachen könnte. Zu den Nutznießern dieses bedeutenden säkularen Trends werden nicht nur die größten indischen IT-Konzerne gehören, sondern auch Nischenanbieter digitaler Lösungen.

BIP-Wachstum von jährlich 7 Prozent möglich

Sofern alle wirtschaftlichen Parameter stimmen, dürfte Indien in der Lage sein, über mehrere Jahre hinweg ein nachhaltiges reales BIP-Wachstum von 6 bis 7 Prozent pro Jahr zu erzielen. Für Investoren würden sich exzellente Wachstumschancen in Bereichen eröffnen, die wir oben genannt haben. Einer aktuellen Bloomberg-Studie zufolge sind auf dem indischen Kapitalmarkt in den vergangenen zehn Jahren mehr Aktien um das Zehnfache gestiegen („Tenbagger“) als auf jedem anderen großen Aktienmarkt.

Grafik 2: Anteil der „Tenbagger“ in Prozent

Die Stärke der indischen Volkswirtschaft ist ein Grund dafür, dass die indischen Aktien im Jahr 2022, während die meisten Regionen eine größere Aktienmarktkorrektur erlebten, weiterhin neue Allzeithochs erreichten. Kurz- bis mittelfristige Marktbewegungen vorherzusagen, ist eine unmögliche Aufgabe. Langfristig betrachtet ist uns indes eines klar: Für Indien scheinen die Sterne günstig zu stehen.