Studie von Goldman Sachs Asset Management Versicherer sorgen sich um die Kreditqualität im Portfolio

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Laut der Studie gingen die Sorgen der Versicherer vor steigenden Zinsen deutlich zurück (7 Prozent, gegenüber 30 Prozent im Vorjahr). Am stärksten beunruhigt Versicherungsinvestoren eine sich verschlechternde Kreditqualität in ihren Portfolios (38 Prozent, gegenüber 23 Prozent im Vorjahr). Die Versicherer sehen Aktienrenditen positiv, wobei 62 Prozent der Befragten erwarten, dass die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries am Jahresende zwischen 2,5 und 3,0 Prozent bleiben wird. Dies ist nach Angaben der Studienmacher ein deutlicher Unterschied zu früheren Ergebnissen, in denen steigende Zinsen erwartet wurden. Die Versicherer planen, die Haltedauer in ihren Portfolios zu verlängern.

Ökologische und soziale Kriterien sowie Kriterien guter Unternehmensführung (ESG) gehören für die befragten Versicherer längst zum guten Ton. 62 Prozent der Befragten betrachten sie als eine von mehreren Investitionsüberlegungen; in Europa (83 Prozent) und im asiatisch-pazifischen Raum (81 Prozent) ist die Akzeptanz von Nachhaltigkeitskriterien deutlich höher als in Amerika (43 Prozent). 

Die Studie von Goldman Sachs Asset Management widmet sich auch passiven Anlagen in Form börsennotierter Indexfonds. Mehr als die Hälfte der Versicherer investiert in ETFs (56 Prozent). Festverzinsliche ETFs setzen sie vor allem ein, um kurzfristige taktische Portfolioanpassungen vorzunehmen oder die operative Effizienz zu steigern (Abbildung 3).

Abbildung 3: Versicherungen setzen ETFs auf festverzinsliche Wertpapiere vor allem taktisch ein. 

Neben der Kapitalanlage hinterfragen die Studienmacher auch das Interesse der Versicherungen an Start-up-Unternehmen, die in der Versicherungslandschaft „Insurtechs“ genannt werden. Fast die Hälfte der Befragten investiert in Insurtechs (46 Prozent), wobei im asiatisch-pazifischen Raum mit 68 Prozent das Interesse an Zukäufen besonders groß ist. Versicherungsunternehmen investieren vor allem deshalb in Insurtechs, weil sie dadurch ihre betriebliche Effizienz verbessern können.


Über die Studie:
Goldman Sachs Asset Management hat für seine inzwischen achte Versicherungsstudie in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen KRC Research weltweit 307 Investmentchefs (CIOs), Finanzvorstände (CFOs) und Führungskräfte von globalen Versicherungsunternehmen befragt. Die Studienteilnehmer äußern sich hinsichtlich ihrer makroökonomischen Renditeerwartungen, Entscheidungen zur Vermögensallokation, der Portfoliokonstruktion sowie zu Branchenthemen. Sie repräsentieren insgesamt ein Bilanzvermögen von mehr als 13 Billionen US-Dollar beziehungsweise etwa die Hälfte des globalen Branchenvermögens.