Kursverluste wettgemacht Norwegischer Ölfonds verbucht bestes Quartalsergebnis

Yngve Slyngstad ist Chef von Norges Bank Investment Management, einem Teil der norwegischen Zentralbank. | © Getty Images

Yngve Slyngstad ist Chef von Norges Bank Investment Management, einem Teil der norwegischen Zentralbank. Foto: Getty Images

Das Management des norwegischen Staatsfonds Government Pension Fund Global blickt auf ein ungewöhnlich erfolgreiches Auftaktquartal zurück. In dem Dreimonatszeitraum zwischen Januar und März 2019 verbuchte die 1990 installierte Kapitalsammelstelle über sämtliche Anlageklassen hinweg eine Rendite von 9,1 Prozent.

Dem Fachmagazin „Pensions & Investments“ zufolge profitierte der besonders aktienlastige „Ölfonds“ von der jüngsten Hausse an den Aktienmärkten. Dank der Kurserholung rangiert das Anlagevolumen des über Länder, Sektoren und Unternehmen diversifizierten Staatsfonds nun wieder knapp über der Marke von einer Billion US-Dollar, nachdem die Anlagen durch scharfe Kursverluste im vergangenen Jahr eingebrochen waren. 

Rückblickend auf das Ende März 2019 beendete Geschäftsjahr verbuchte der Fonds mit Sitz in Oslo einen Wertzuwachs von 4 Prozent. Das ist deutlich weniger als in früheren Perioden. Über die vergangenen fünf Jahre hinweg erzielte der Fonds eine Rendite von 6,23 Prozent per annum. Über zehn Jahre hinweg liegt seine Rendite laut „Pensions & Investments“ bei 9,8 Prozent pro Jahr.

Der norwegische Ölfonds ist nicht nur für seine Größe bekannt, sondern auch für seine hohe Aktienquote. Jüngsten Zahlen zufolge beträgt die Kennziffer 69,2 Prozent. Schwankungen an den Aktienmärkten schlagen direkt auf die Rendite des Fonds durch: Während der Ölfonds im vierten Quartal mit seinen Aktieninvestments ein Minus von 12,6 Prozent hinnehmen musste, wurden diese Buchverluste im Auftaktquartal 2019 mit einem Plus von 12 Prozent fast ausgeglichen. 

Auch die festverzinslichen Wertpapiere, die 28 Prozent des Megaportfolios ausmachen, entwickelten sich zuletzt positiv: Der Fonds verbuchte in diesem Segment ein Plus von 2,9 Prozent, nach 1,3 Prozent im vorherigen Quartal. Darüber hinaus besteht das Portfolio aus einem kleinen Anteil nicht-börsennotierter Immobilien von zuletzt 2,8 Prozent. Diese Anlageklasse steuerte im jüngsten Quartal eine Rendite von 1,7 Prozent zum Gesamtergebnis bei, verglichen mit 1,1 Prozent im Quartal zuvor. Alles in allem verbuchte der Government Pension Fund Global nach Angaben von Anlagechef Yngve Slyngstad nun das beste Quartalsergebnis aller Zeiten gemessen in Kronen.

Eigentümer des Fonds ist das norwegische Finanzministerium, während das Management der Milliarden an die Zentralbank, die Norges Bank, delegiert wurde. Ihre Aufgabe ist es, die Investment-Strategie zu implementieren und die Rechte, die sich aus den Investments ergeben, wahrzunehmen. Darüber hinaus berät die Norges Bank das Finanzministerium bei Fragen zur Investment-Strategie.