Verluste mit Aktien und Renten Atomfonds-Stiftung mit Anlaufschwierigkeiten

Anja Mikus ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ | © Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung

Anja Mikus ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ Foto: Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung

Laut Medienberichten hat die Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“, auch Atomfonds genannt, im vergangenen Jahr sowohl mit ihren Aktien- als auch mit ihren Rentenanlagen Verluste gemacht. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 verloren die Aktien im Fonds demnach 8,6 Prozent an Wert. Bei den Anleihen waren es 3,2 Prozent. Wie es heißt, habe der Fonds unter der Leitung von Investmentchefin Anja Mikus die aktuelle Situation genutzt, um günstigere Einstiegspreise für weitere Investitionen zu erreichen.

Der Atomfonds ging im Sommer 2017 mit einem Kapitalanlagevolumen von 24,1 Milliarden Euro an den Start. Er hat die Aufgabe, die Gelder für die nächsten rund acht Jahrzehnte sicher und gewinnbringend anzulegen, um die Finanzierung der Kosten im Bereich Zwischen- und Endlagerung langfristig zu sichern. In dieser Zeit soll das Kapital auf ein Niveau von 169 Milliarden Euro anschwellen. Denn so viel könnte es kosten, das Endlager für Atommüll betriebsfertig zu haben. 

Die Anlagemilliarden stammen aus Zahlungen der Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und ENBW. Sie hatten das Geld über Jahrzehnte hinweg in ihren Bilanzen als Rückstellungen angesammelt und vor zwei Jahren auf Konten des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung bei der Deutschen Bundesbank eingezahlt. Dadurch haben sie sich aus der Haftung für Kosten der nuklearen Entsorgung im Bereich Zwischen- und Endlagerung herausgekauft.

Die Verantwortung für die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung ist damals auf den Bund übergegangen. Das Fondsmanagement darf in Aktien, Anleihen und Unternehmen investieren, solange sie aus Ländern des Industriestaatenbunds OECD oder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft stammen.