Immobilienstrategie mit Ausblick Versorgungswerk ÄVWL baut neue Zentrale

Christian Mosel ist seit 1. April 2017 Hauptgeschäftsführer der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe.  | © ÄVWL

Christian Mosel ist seit 1. April 2017 Hauptgeschäftsführer der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe. Foto: ÄVWL

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) errichtet gemeinsam mit dem westfälischen Logistikdienstleister Fiege neue Bürogebäude am Hafen in Münster und will ihren Sitz in den sogenannten Stadthafen I verlagern. Grund für den anstehenden Umzug ist offenbar akuter Platzmangel bei dem Versorgungswerk, das zum Jahresende 2017 über Kapitalanlagen in Höhe von 11,6 Milliarden Euro verfügte. Zum Vergleich: Per ultimo 2007 summierten sich die Kapitalanlagen noch auf 7,5 Milliarden Euro. 

Immobilienpläne

Die ÄVWL sitzt seit ihrer Gründung im Jahr 1960 in Münster und nutzt derzeit ein Verwaltungsgebäude, das aus den 1990er Jahren stammt. „Wir möchten die Zukunftsfähigkeit unseres wachsenden Versorgungswerkes sichern. Unser Bürogebäude erfüllt bei Weitem nicht mehr alle Anforderungen hinsichtlich Kapazität, technischer Ausstattung sowie Energieeffizienz“, erklärt der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses der ÄVWL, Ingo Flenker mit Blick auf den geplanten Neubau. Bisheriger Eigentümer des Baugrundstücks im Hafen sind die Stadtwerke Münster. Der Binnenhafen der Stadt wurde 1899 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet und zweigt als Stichhafen vom Dortmund-Ems-Kanal ab.

Am Hafen will das Versorgungswerk auf knapp 8.000 Quadratmetern gemeinsam mit seinem Partner zwei voneinander unabhängige Gebäudeeinheiten errichten lassen. „Die ÄVWL wird gemeinsam mit Fiege einen Architekturwettbewerb ausrufen. Unser Ziel ist es, ein adäquates Konzept für die Gestaltung der Büroeinheiten zu finden“, betont Christian Mosel, Hauptgeschäftsführer der ÄVWL. Die beiden Partner wollen das Bauvorhaben nicht nur gemeinsam vorantreiben, sondern sie werden im Hafen auch Tür an Tür wohnen. Denn Fiege will in den neuen Bürogebäuden seine digitalen Geschäftseinheiten bündeln. 

Immobilienanlage

Immobilien und die dazugehörigen komplexen Bauvorhaben stellen für die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe keine große Hürde dar. Bereits im Jahr 2014 hat ein Immobilienfonds der ÄVWL gemeinsam mit dem Versorgungswerk der Mitglieder des Landtags Nordrhein-Westfalen und des Landtags Brandenburg in die Projektentwicklung eines Büro- und Geschäftshauses am Schadowplatz in Düsseldorf investiert. 2017 erfolgte dort die Grundsteinlegung für ein Gebäude mit hochwertigen Einzelhandels- und lichtdurchfluteten Büroflächen, „das den Ansprüchen potenzieller Mieter an Funktionalität, Organisation sowie gehobene Ausbau- und Qualitätsstandards“ gerecht werden soll, wie es damals hieß. Rund drei Prozent der Kapitalanlagen der ÄVWL sind direkt gehaltene Immobilien; zum Portfolio gehören Häuser in Köln, Berlin, Hamburg und Düsseldorf.