Globale Staatsverschuldung S&P erwartet Schuldenrekord

Tristes Wetter am Capitol Hill in Washington, D.C.: Die USA sind besonders hoch verschuldet.

Tristes Wetter am Capitol Hill in Washington, D.C.: Die USA sind besonders hoch verschuldet. Foto: imago images / Xinhua

Die weltweite Staatsverschuldung steigt in diesem Jahr auf ein neues Rekordniveau. Das berichten mehrere Medien, darunter die „Börsen-Zeitung“ (bezahlpflichtig) und die New York Times. Die Autoren berufen sich in ihren Berichten auf eine aktuelle Studie der Rating-Agentur Standard & Poor's. Demnach wird die Verschuldung der Regierungen weltweit zum Jahresende insgesamt 53.000 Milliarden US-Dollar erreichen. Das wäre ein neuer Rekordwert, der die Verbindlichkeiten vom Ende des vergangenen Jahres um etwa 5 Prozent übertrifft. S&P schätzt, dass die globalen Staatsschulden zwischen 2015 und 2020 um 30 Prozent wachsen.

S&P führt das Plus bei der Verschuldung einerseits auf die abgeschwächten Konjunkturaussichten zurück. Andererseits sei der globale Schuldenanstieg auch eine Folge der günstigen Finanzierungskonditionen angesichts des weltweit niedrigen Zinsniveaus. 

70 Prozent der Neuschulden dienen der Tilgung 

In diesem Jahr werden die Regierungen insgesamt rund 8.100 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden aufnehmen, allen voran die USA und Japan. Etwa 70 Prozent der für 2020 erwarteten Neuverschuldung entfällt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf die Refinanzierung bestehender Schulden. Rechnet man die getilgten Staatsschulden heraus, schlägt immer noch eine erhebliche Nettoneuverschuldung von rund 2.300 Milliarden US-Dollar zu Buche. Das entspricht etwa 2,5 Prozent der für 2020 erwarteten globalen Wirtschaftsleistung.

Laut „Börsen-Zeitung“ dürften die weltweit größten Schuldner, die USA und Japan, allein für 59 Prozent der im laufenden Jahr auf den Markt kommenden Staatsanleihen stehen. Laut S&P werden die 20 größten Schwellenländer in diesem Jahr Anleihen im Gesamtvolumen von 1,6 Billionen US-Dollar begeben.

Die folgende Abbildung zeigt die sechs Nationen mit den größten Staatsschulden; Deutschland ist zu Vergleichszwecken ebenfalls aufgeführt. Den ersten Platz belegen die USA. Ihre kommerziellen Schuldentitel summieren sich auf 17,7 Billionen US-Dollar. 

Die Schuldenmanager der Bundesregierung wollen zur Finanzierung des Bundeshaushalts und seiner Sondervermögen im Jahr 2020 Bundeswertpapieren im Volumen von 210 Milliarden Euro herausgeben. Einerseits will der Bund 148 Milliarden Euro am Kapitalmarkt einsammeln. Andererseits will er sich 62 Milliarden Euro am Geldmarkt beschaffen.