Aufsichtsbehörde Bafin-Direktorin muss nach Wirecard-Skandal gehen

Béatrice Freiwald, ehemalige Direktorin von der Bafin

Béatrice Freiwald, ehemalige Direktorin von der Bafin: Sie muss die Aufsichtsbehörde in Folge des Wirecard-Skandals verlassen. Foto: Bernd Roselieb/BaFin

Béatrice Freiwald muss die Bafin verlassen. Das gab die deutsche Aufsichtsbehörde in einer Pressemitteilung bekannt. Die Exekutivdirektorin war für die innere Verwaltung der Bafin zuständig und scheidet nach einer Entscheidung der Bundesregierung als Mitglied des Direktoriums der Bafin aus.

Entlassung ging juristische Auseinandersetzung voraus

Da Freiwald Beamtin auf Lebenszeit ist, kann und wird sie ihre Tätigkeit im öffentlichen Dienst an anderer Stelle fortführen. Den von Freiwald zuletzt geleiteten Verantwortungsbereich, der auch die Themen Personal, IT, Organisation, Haushalt und Finanzen umfasst, übernimmt vorerst Mark Branson. Branson ist seit vergangenem Jahr Präsident der deutschen Aufsichtsbehörde.

Freiwald war im Zuge des Wirecard-Untersuchungsausschusses unter Druck geraten. So war sie laut Handelsblatt für die Stelle zuständig, die den Hinweisen von Whistleblowern zu Wirecard nicht angemessen nachgegangen war. Außerdem wurde Freiwald für den recht laxen Umgang der Bafin mit privaten Wertpapiergeschäften ihrer Mitarbeiter verantwortlich gemacht. Die Vorgaben wurden mittlerweile deutlich verschärft.

 

Freiwald versuchte sich juristisch gegen ihre geplante Entlassung zu wehren, wie ein Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg zeigt. Das Gericht wies die Beschwerde Freiwalds aber letztendlich ab. So ergebe sich unter anderem darin ein Grund für eine Entlassung, „nach dem Geschehen um die Wirecard AG die Bafin nicht nur organisatorisch umzustrukturieren, sondern zumindest auf bestimmten Positionen der Leitungsebene auch personell zu erneuern.“