Nach Personalfluktuation Warburg Bank besetzt vakante Positionen in Vorstand und Aufsichtsrat

Reiner Brüggestrat links und Stephan Schrameier rechts

Reiner Brüggestrat links und Stephan Schrameier rechts: Nachdem die Warburg Bank in den Führungsgremien zuletzt vor allem Abgänge verzeichnen musste, werden nun zwei vakante Positionen mit Schrameier und Brüggestrat besetzt. Foto: Imago Images / Lars Berg / Warburg Bank

Die Warburg Bank reagiert auf die Personalfluktuation der vergangenen Monate und besetzt zwei vakante Führungspositionen. In der heutigen Hauptversammlung und der anschließenden Aufsichtsratssitzung der Privatbank ist Reiner Brüggestrat zum neuen Aufsichtsratvorsitzenden gewählt worden und folgt damit auf Bernd Thiemann, der nach jahrelanger Zugehörigkeit im Januar aus dem Gremium ausgeschieden war

Brüggestrat dürfte sich in Hamburg, wo die Warburg Bank ihren Sitz hat, bereits gut auskennen. Zwischen 2007 und 2020 war der 65-Jährige Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, außerdem war er im Ausschusses für Finanzwirtschaft der Hamburger Handelskammer und im Allgemeinen Norddeutschen Arbeitgeberverband aktiv. In einer aktuellen Pressemitteilung nennen die Hauptgesellschafter der Warburg Gruppe, Christian Olearius und Max Warburg, Brüggestrat einen „sehr erfahrenen, profilierten und gut vernetzten Banker.“

Warburg Bank reagiert auf vier Abgänge in der Führungsebene

Neben der Brüggestrat-Personalie beruft die Warburg Bank Stephan Schrameier in den Vorstand. Der 48-Jährige soll den Marktbereich des Instituts führen, die Genehmigung der Bafin steht allerdings noch aus. Wenn die Erlaubnis der Aufsichtsbehörde final erteilt wird, soll er in seiner Position schnellstmöglich starten. Schrameier sei mit „komplexen Strukturanpassungen“ vertraut und verfüge über „fundierte Vorstandserfahrung“, erklärt Burkhard Schwenker, Bevollmächtigter der Hauptgesellschafter.

Schrameier war zuletzt Vorstand der Standard Chartered Bank, baute dort den Bereich für die Finanzmärkte in Kontinentaleuropa auf und war auch für die Fremdkapitalmärkte sowie das Geschäft mit Zins- und Währungsprodukten verantwortlich. Mit seiner und Brüggestrats Berufung reagiert die Bank auf die Abgänge in den Führungsgremien, die in den vergangenen Wochen und Monaten bekannt geworden waren. Zu den Abgängen zählen neben dem bereits erwähnten Thiemann:


Tessmanns Ausscheiden bei Warburg wurde erst vor kurzem bekannt. Aus dem einst fünfköpfigen Führungsgremium der Bank verblieb damit nur noch Manuela Better, jetzt soll Schrameier das Ressort von Tessmann übernehmen. Weitere Verstärkungen für die Geschäftsleitung sollen folgen. Der Aufsichtsrat befände sich dazu in „vielversprechenden Gesprächen, um die dann aus Manuela Better und Stephan Schrameier bestehende Geschäftsleitung im Zuge der strategischen Entwicklung der Bank weiter auszubauen“, heißt es in der Pressemitteilung der Warburg Bank.

Zuletzt hatte sich die Bank eine Rüge der Bafin eingefangen, außerdem schlägt sich die Bank noch immer mit den Folgen der Cum-Ex-Affäre herum. Bekannt wurde zudem, das Ex-Partner Schellenberg mittlerweile bei der Apobank angeheuert hat.