Anleihen beliebter als Aktien Stiftungssektor zeigt sich von Rezessionsgefahr unbeeindruckt

Händler auf dem Parkett der New York Stock Exchange (NYSE): Sorge bereiteten den Märkten 2019 inverse Zinskurven in den USA, weil Anleger diese als Rezessionssignal deuten. | © imago images / UPI Photo

Händler auf dem Parkett der New York Stock Exchange (NYSE): Sorge bereiteten den Märkten 2019 inverse Zinskurven in den USA, weil Anleger diese als Rezessionssignal deuten. Foto: imago images / UPI Photo

Keine Veränderungen am Portfolio: Die Mehrheit der deutschen Stiftungen blieb 2019 in Sachen Vermögensallokation untätig, zeigt das 4. Deutsche Stiftungsbarometer, einer zweimal jährlichen stattfinden Befragung von Stiftungsvertretern. Die Erhebung erfolgt durch das Fachmagazin „Die Stiftung“ in Kooperation mit dem VZ Vermögenszentrum in München. Konkret unternahmen 57 Prozent der befragten Stiftungen nichts, um sich in der Kapitalanlage auf eine mögliche Rezession vorzubereiten. Daran änderte auch das Auftreten inverser Zinskurven nichts, die die im vergangenen Jahr die Gefahr einer drohenden Rezession zusätzlich schürten.

Immerhin 14 Prozent der Stiftungen beauftragten einen Vermögensverwalter als Reaktion auf einen möglichen Rückgang der Konjunktur – 12 Prozent investierten in aktiv gemanagte Fonds, etwa 6 Prozent schichteten ihr Portfolio in krisensichere Branchen um wie Lebensmittel oder Gesundheitswesen. 7 Prozent der Unternehmen verringerten ihren Aktienanteil.

Apropos Aktien: Der Anteil der Asset-Klasse an der Vermögensanlage stellt sich unterschiedlich dar. 23 Prozent der Stiftungen fahren eine Aktienquote zwischen 20 und 40 Prozent – 16 Prozent hält einen Anteil unter 20 Prozent und 39 Prozent der Befragten investiert gar nicht direkt in Aktien. Die Angst der Stiftungen vor Aktien hält sich insgesamt in Grenzen. Befragt nach der Haupteigenschaft, die sie mit der Anlageklasse verbinden, nannten 17 Prozent „Hohe Schwankungen, 7 Prozent „Hohes Risiko“ und 4 Prozent „Spekulationsobjekt“ als Assoziationen.

Dagegen liegen Anleihen in der Beliebtheit deutscher Stiftungen weiterhin vorn. Die Initiatoren des 4. Stiftungsbarometers unterscheiden in der Befragung zwischen möglichst risikolosen Anleihen und renditestärkeren riskanteren Anleihen. Im Ergebnis zeigt sich, dass die risikoärmere Kategorie weiterhin viele Stiftungsportfolios prägt: 64 Prozent haben sie unterschied gewichtet als Bestandteil in der Vermögensanlage – ein Fünftel gar mit mindestens mehr als 60 Prozent.

Eine regelmäßige Ausschüttung ist für fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer der wichtigste Faktor in Bezug auf eine Investition am Kapitalmarkt. Es folgen die erwartete Entwicklung der Anlage (19 Prozent) und das Vertrauensverhältnis zum Finanzinstitut (9 Prozent). Bei der Frage musste sich die Stiftungsvertreter auf eine Antwort festlegen.

Ihre finanzielle Lage ordnet mit 48 Prozent ein Großteil der Stiftungen als gut oder sogar sehr gut ein, 16 Prozent bewerten sie als schlecht, 4 Prozent nehmen ihre finanzielle Lage gar als sehr schlecht wahr. An der Befragung im Herbst 2019 nahmen insgesamt 161 Stiftungsvertreter teil, darunter mehrheitlich ehrenamtliche Stiftungsvorstände (56 Prozent) und hauptamtliche Geschäftsführer und Vorstände (22 Prozent).