Versicherungen leiden unter Zinswende Spezialfonds-Volumen schrumpft trotz positiver Nettomittelaufkommen deutlich

Das Volumen der Spezialfonds ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen

Das Volumen der Spezialfonds ist in diesem Jahr deutlich zurückgegangen: Grund dafür war wohl vor allem die Zinswende. Foto: Kommalpha AG

Der Spezialfondsmarkt ächzt unter dem Zinsanstieg. Das zeigt eine Studie von Kommalpha, laut der das Volumen der Fonds seit Jahresanfang deutlich gesunken ist: von 2,1 Billionen Euro auf mittlerweile nur noch etwa 1,9 Billionen Euro. Bemerkenswert ist dabei, dass das Nettomittelaufkommen seit Jahresanfang mit 61,1 Milliarden Euro deutlich positiv ist – und das des Vorjahres sogar um eine Milliarde Euro übersteigt.

Zinsanstieg trifft besonders Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen

„Auch wenn es sehr vereinfacht geschildert ist, da es eine Vielzahl von Bondindices und Benchmarks gibt: Der Zinsanstieg um 210 Basispunkte hat aufgrund der Bewertungseffekte der Bondsbestände in Spezialfonds 239 Milliarden Euro verbrannt“, analysiert Clemens Schuerhoff, Vorstand von Kommalpha. Besonders betroffen waren davon Versicherungen sowie Altersvorsorgeeinrichtungen, wie die Veränderungen des Spezialfondsvolumens nach Anteilshabern zeigen.

„Das Spezialfondsvolumen von Versicherungen hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 117 Milliarden Euro abgenommen“, erläutert Schuerhoff und ergänzt: „Kein Wunder, wenn man sich die teilweise sehr langen Durationen der Bondsbestände von Versicherungen ansieht.“ Bei neuen Mandaten setzten institutionelle Investoren seit Jahresanfang vor allem auf klare Spezialfondskonzepte, während sie im Vergleich zum Vorjahr weniger Kapital in gemischte Mandate investierten.

 

Besonders viel Geld nahmen Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen in den ersten neun Monaten des Jahres in die Hand, um es in neue Spezialfondsmandate zu investieren. Sie übertrafen damit auch die Summen an Mittelzuflüssen aus dem Vorjahr deutlich, auch die Nettomittelaufkommen lagen über oder auf dem Niveau des Jahres 2021.„ Die Aktivität der beiden größten Investorensegmente im Spezialfondsgeschäft ausgedrückt in Anteilscheindynamik und Divergenz zwischen Dotierung von frischer Liquidität und verbleibenden Nettomittelaufkommen ist auf einem extrem bemerkenswert hohen Niveau“, analysiert Schuerhoff. „Die entscheidende Frage dabei ist, ob beide Investorengruppen dabei die Risikoleiter hoch oder runter klettern.“

Bei Corporates, private Organisationen ohne Erwerbscharakter sowie Sozialversicherungsträger und öffentliche oder kirchliche Zusatzversorgungseinrichtungen liegt das Nettoneugeschäft von Spezialfonds erkennbar unter dem Vergleichswert aus 2021 – obwohl das Mittelaufkommen dieses Jahr bei den drei Investorengruppen deutlich höher ist.

Die gesamte Auswertung zum Spezialfondsmarkt finden Sie hier.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung