J.P. Morgan versus J.P. Morgan Jennifer Lopez als Lockvogel im Streit um vermögende Kunden

Jennifer Lopez and Alex Rodriguez

Jennifer Lopez and Alex Rodriguez sind beide Kunden bei J.P. Morgans Privatbank und Finanzberatungssparte gleichzeitig. Das hat zu einem internen Kampf bei J.P. Morgan geführt. Foto: Imago / Zuma Wire

Bei der amerikanischen Großbank J.P. Morgan ist ein Streit zwischen der Finanzberatungs- und Privatbankensparte ausgebrochen. Beide Bereiche richten sich an vermögende Kunden, werden aber unterschiedlich geleitet. Daher kommt es nach Informationen der „Financial Times“ öfter dazu, dass sich beide Sparten um Kunden streiten.

Der aktuell größte Konflikt dauert inzwischen schon zwei Jahre an und ist bis in die oberste Führungsebene zum Vorstandsvorsitzenden Jamie Dimon gedrungen.

Involviert sind unter anderem Popikone Jennifer Lopez, der ehemalige Baseball-Star Alex Rodriguez und der Bestseller-Autor Malcolm Gladwell. Das dürfte einer der Gründe dafür sein, dass der Streit an die Öffentlichkeit geraten ist. Ein zweiter Grund ist ein laufendes Gerichtsverfahren.

Gwen Campbell im Zentrum des Konflikts

Nach Angaben der „Financial Times“ steht die Finanzberaterin Gwen Campbell im Zentrum des Konflikts. Sie kam 2020 von Merrill Lynch zur Finanzberatungssparte J.P. Morgan Advisors und brachte mehrere vermögende Kunden mit, darunter auch Alex Rodriguez. Campbell hat knapp 1,4 Milliarden US-Dollar in Form von Kundenvermögen und Krediten zur Bank gebracht wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Die Beraterin beschuldigt ihre Kollegen von der Privatbanksparte, Rodriguez abwerben zu wollen. Dafür hätten sie unter anderem die Beziehung der Bank zu Jennifer Lopez genutzt, als Lopez und Rodriguez noch verlobt waren.

Schon bevor Campbell zu J.P. Morgan kam, waren Lopez und Rodriguez Privatbank-Kunden. Die Privatbank habe einen unteren einstelligen Millionenbetrag für Rodriguez verwaltet. Deshalb hätte er ein Kunde beider Bereiche sein sollen.

Campbell argumentiert, dass ihre Beziehung zum ehemaligen Baseball-Star durch eine Vereinbarung mit der Bank geschützt hätte sein sollen. Stattdessen hätte die Privatbank mehrfach versucht, Geschäfte mit Campbells Kunden zu machen und diese abzuwerben. Rodriguez sei dabei das Hauptziel gewesen.

Lopez als Lockvogel

So geht aus den Gerichtsunterlagen beispielsweise hervor, dass die Privatbank Rodriguez 2021 einen Kredit gewährte, um einen Anteil am Minnesota Timberwolves Basketball-Team zu erwerben. Campbell habe man allerdings zuvor gesagt, dass J.P. Morgan Advisors den Kredit nicht finanzieren würde.

Ebenso habe man, als Rodriguez und Lopez noch verlobt waren, einen Teil von Lopez Vermögen von der Finanzberatungssparte an die Privatbank übertragen. Das Geld wurde dort von dem Team verwaltet, das eine Beziehung zu Rodriguez aufbauen sollte. So sollte der Weg für zukünftige Geschäftsbeziehungen mit Rodriguez geebnet werden, wie Bankinsider gegenüber der „Financial Times“ berichteten.

Campbells Klage gegen J.P. Morgan

Seit Dezember klagt Campbell im Rahmen eines Schiedsverfahrens auf finanziellen Schadenersatz wegen angeblichen Vertragsbruchs. Eine Anhörung ist für Juli nächsten Jahres geplant. Ihr Team habe bereits drei Berater verloren. Auch, dass sie wiederholt aus dem Computersystem der Bank ausgeschlossen werde, will sie rechtlich geltend machen.

Campbell klagt zudem auf finanziellen Schadensersatz und hat sich ebenfalls an die US-Gleichstellungsbehörde gewannt, da sie auch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werde.

Malcom Gladwells Brief an Jamie Dimon

In diesen Konflikt hat sich nun Malcom Gladwell eingemischt, ein weiterer Kunde Campbells, der einen Brief an Jamie Dimon geschrieben hat, über den er mit der „Financial Times“ geredet hat. „Meine Finanzberaterin wird wie Napoleon auf Elba verbannt. Behandelt man so seine Kunden?“, sagte er gegenüber dem Medium. Gladwell war nicht der einzige Kunden Campbells, der sich für sie eingesetzt hat. Der „Financial Times“ liegen mehrere entsprechende E-Mails vor.

Auch Campbells Anwalt äußerte sich. Das Verhalten von J.P. Morgan schade nicht nur Campbell sondern den eigenen Kunden. Dimon und der Vorstand wüssten das.

 

 

Auch Campbell selbst hat im April einen Brief an den Vorstand der Bank geschrieben. Ein Rechtsstreit sei auch nicht in ihrem Interesse. Sie wolle in erster Linie, dass ihr Arbeitsvertrag eingehalten werde. Wenn das nicht möglich sei, gebe es noch eine dritte Option: Sich zu trennen und eine Lösung zu finden, die dem Wert des Milliarden-Geschäfts gerecht werde, das sie zu J.P. Morgan gebracht habe.