Energiewende in Polen Meag nutzt Differenzkontrakte für Ökostrom

Holger Kerzel: Der Geschäftsführer von Munich Ergo Asset Management sagt, das neue Windkraftprojekt erfülle die hohen Ansprüche der Meag an ein nachhaltiges und wirtschaftlich erfolgreiches Investment. | © Meag

Holger Kerzel: Der Geschäftsführer von Munich Ergo Asset Management sagt, das neue Windkraftprojekt erfülle die hohen Ansprüche der Meag an ein nachhaltiges und wirtschaftlich erfolgreiches Investment. Foto: Meag

Der Vermögensmanager des Versicherungskonzerns Munich Re, die Munich Ergo Asset Management, investiert nun auch in einen kleinen Windpark mit insgesamt sieben Windkraftanlagen in Polen. Für die mit Assets im Wert von 278 Milliarden Euro hantierende Munich Ergo Asset Management (Meag) ist es das erste Windkraft-Investment in dem Land, von dem es heißt, es sei einer der wichtigsten europäischen Wachstumsmärkte für Windkraft.

Laut einer Mitteilung der Meag, die immer wieder von ihren eher unkonventionellen Einkäufen auf den internationalen Anlagemärkten berichtet, soll der Windpark namens „Zary“ im Frühjahr nächsten Jahres in Betrieb gehen. Die installierte Leistung seiner sieben Windräder beträgt beschauliche 21 Megawatt. Aber das ist nicht das Entscheidende.

Vielmehr ist der projektierte Windpark einmal mehr ein Investment der Kategorie „unkonventionell“. Der schwedische Projektentwickler OX2 soll den Park schlüsselfertig errichten. Nach Inbetriebnahme wird die Windfarm von staatlicher Seite 15 Jahre lang gefördert. Dabei kommt ein sogenannter Differenzkontrakt (Contract for Difference, CfD) zum Einsatz.

Differenzkontrakte dieser Art, nicht zu verwechseln mit ihren Gegenstücken aus dem Wertpapierbereich, werden unter anderem bereits in Großbritannien eingesetzt. Sie sollen Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien fördern, gleichzeitig aber auch die Vergütungen für die Stromlieferanten begrenzen. Entscheidend ist, dass hierbei eine Art Preisdeckel bei der Förderung eingezogen wurde. 

Das CfD-Modell aus Großbritannien basiert laut dem Portal „energiewinde.orsted.de“ auf Ausschreibungen, in denen die Bieter Zuschläge erhalten, die die geringste Mindestvergütung für ihren Strom aufrufen. Das sei der sogenannte Strike Price. Liege er höher als der Börsenpreis, gleiche der Staat die Differenz durch Zahlung einer Marktprämie aus. Im Falle der Meag ist es ähnlich: Auch hier gleicht der Staat einen Preisunterschied zwischen dem Börsenstrompreis und dem erzielten Preis aus.

Meag-Geschäftsführer Holger Kerzel sagt, dass mit dem generierten Strom aus dem Windpark gegenüber dem aktuellen Energiemix in Polen 750.000 Tonnen CO2 bis 2050 eingespart werden können. „Dieses Projekt erfüllt unsere hohen Ansprüche an ein nachhaltiges und wirtschaftlich erfolgreiches Investment“, so Kerzel weiter.