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US-Aktien- und Anleihemärkte Der starke US-Jobmarkt könnte eine Stagflation verhindern

Erntemaschine bei einer Landwirtschafts-Leistungsschau in Washington, USA

Erntemaschine bei einer Landwirtschafts-Leistungsschau in Washington, USA: Auf dem US-Arbeitsmarkt herrscht Hochkonjunktur, zuletzt entstanden mehr Jobs als erwartet. Foto: Imago Images / NurPhoto

Edward D. Perks,
Franklin Templeton Investment Solutions

In der zweiten Jahreshälfte 2021 war das Marktumfeld für US-Aktien robust. Ein starkes Wirtschaftswachstum führte zu Aktienbewertungen, die uns angemessen erschienen. Gleichzeitig wirkte sich die lockere Geldpolitik der US-Notenbank – die während der Pandemie verstärkt wurde – auf die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere aus.

Im bisherigen Jahresverlauf war die Marktentwicklung in einer Vielzahl von Anlageklassen schwierig. US-Aktien, gemessen am S&P 500 Index, sind bis zum 6. Mai 2022 um 14 Prozent gesunken. Wachstumsorientierte Aktien, gemessen am NASDAQ Composite, haben sogar noch stärker zurückgesetzt als der S&P 500. Auch die breiteren Anleihemärkte, gemessen am Bloomberg U.S. Aggregate Bond Index, sind in diesem Jahr zurückgegangen. Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Anleihen innerhalb des Gesamtindex sind ebenfalls gefallen, was den allgemeinen Anstieg der Renditen und eine gewisse Schwäche bei den Anleihe-Spreads der Unternehmen widerspiegelt.

Zu Beginn des Jahres 2022 erwarteten viele Anleger, dass sich das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts verlangsamen würde, wir gehen indes weiterhin davon aus, dass das Wachstum über den langfristigen Trends liegen wird. Unserer Meinung nach war es zunächst unvermeidlich, dass sich das jährliche Wachstum in den USA nach dem robusten Wachstum im Jahr 2021 im Zusammenhang mit dem Wiederhochfahren der Volkswirtschaften verlangsamen würde. Die nachlassenden geld- und fiskalpolitischen Anreize trugen ebenfalls zur Verlangsamung der US-Wirtschaft bei. Auch weltweit schwächt sich die Wirtschaft ab, wobei Kanada aufgrund der Rohstofforientierung seiner Wirtschaft besser abschneidet als andere Länder, wie Bloomberg beobachtet.

Inflationserwartungen haben oberste Priorität

Während sich die Wirtschaftstätigkeit in den Vereinigten Staaten nach der Pandemie normalisiert hat, ist der Inflationsdruck in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft stark ausgeprägt. Dieses Szenario veranlasst die US-Notenbank dazu, den Leitzins anzuheben; der Markt rechnet in diesem Jahr mit mehreren Zinsschritten. Die erwarteten Erhöhungen haben sich auf die Renditekurve der Staatsanleihen ausgewirkt; unserer Meinung nach die Ursache für die schwierige Entwicklung an den Rentenmärkten. Die Rahmenbedingungen sind weiterhin sehr unsicher. Sollte sich die konjunkturelle Entwicklung weiter verlangsamen, ist es fraglich, ob die Fed auf ihrem Zinserhöhungspfad wie geplant vorankommt. Darüber hinaus gibt es weitere Risiken für die Anleger, vor allem in geopolitischer Hinsicht. Dazu gehört vorrangig der Ukraine-Krieg, der die Wirtschaftstätigkeit in bestimmten Regionen, insbesondere in der Eurozone, weiter belasten könnte.

Eine der wichtigsten Fragen, die sich der Markt derzeit stellt, ist, ob die Fed, die die Zinsen erhöhen muss und im Juni mit ihrer quantitativen Straffung beginnen will, eine weiche Landung hinbekommt oder ob eine harte Landung wahrscheinlicher ist. Die Märkte finden sich jetzt in einer dynamischen Phase wieder, in der die Fed mit aggressiven Zinserhöhungen und der Reduzierung ihrer Bilanz beginnt. Die Herausforderungen werden wahrscheinlich noch eine ganze Weile anhalten. Dennoch gilt es, bei der Suche nach Kaufgelegenheiten rasch reagieren zu können.

Frühere Zinserhöhungszyklen in den USA, insbesondere die letzte Zinserhöhung der Fed in den Jahren 2015 bis 2018, zogen sich über einen langen Zeitraum hin, da sich die Wirtschaft im Allgemeinen verlangsamte, ohne die Inflation anzuheizen. Diesmal ist die Situation völlig anders: Die Inflation ist sehr hoch, während sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Die Vereinigten Staaten haben diese Art von Inflationsaussichten seit mehr als vier Jahrzehnten nicht mehr erlebt, was zu neuen Herausforderungen und Unsicherheiten führt, die sich auf die aktuelle Marktentwicklung auswirken.

Unternehmensgewinne zeigten sich zum Jahresauftakt 2022 robust

Gemäß Beobachtungen von Bloomberg neigen die Unternehmen in der Regel dazu, mit optimistischen Gewinnerwartungen in das Jahr zu gehen, die sich dann im weiteren Jahresverlauf nicht selten abschwächen. Eine Ausnahme war das Jahr 2021, das mit einem hohen Maß an Unsicherheit über die Höhe der von den amerikanischen Unternehmen zu erwartenden Gewinne begann, dann aber positiv überraschte, weil die Unternehmen Lieferprobleme und andere logistische Probleme bewältigen konnten.

Was die Aussichten für 2022 betrifft, so haben die Unternehmen laut Bloomberg die Erwartungen für das erste Quartal im Allgemeinen gut erfüllt. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2022 werden die Erwartungen allmählich zurückgeschraubt, da die Unternehmen das sich verändernde makroökonomische Umfeld wahrscheinlich unterschiedlich meistern werden. Die Nachfrage der Konsumenten ist weiterhin sehr stark und logistische Herausforderungen halten an; Großstädte und Ballungszentren in China sind im pandemiebedingten Lockdown, was sich auf die USA und die ganze Welt auswirkt.

Derweil wird vom US-Arbeitsmarkt ein Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit gemeldet. Zugleich bleibt die Zahl der offenen Stellen hoch. Die Stimmung der Arbeitnehmer ist weiterhin gut. Das Vermögen der privaten Haushalte und die Löhne entwickeln sich nach wie vor robust, obwohl Lieferkettenprobleme und die hohe Inflation Belastungsfaktoren sind. Die Herausforderung für die Verbraucher besteht zunehmend darin, ihre Kaufkraft zu erhalten. Unserer Analyse zufolge könnte die Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes – ebenso wie die Auswirkungen der geldpolitischen Anpassungen auf die Wirtschaftsaussichten – eine Rezession in den USA verzögern oder sogar verhindern.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton Investments veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.