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Schwellenländer-ETFs von Franklin Templeton „Südkorea ist derzeit sehr günstig bewertet“

Marcus Weyerer, ETF-Spezialist bei Franklin Templeton

Marcus Weyerer, ETF-Spezialist bei Franklin Templeton: „Mit China, Indien, Brasilien, Südkorea und Taiwan wurden starke Schwellenmärkte – die zusammen 80 Prozent der Marktkapitalisierung des MSCI Emerging Markets-Index ausmachen – für fünf Länder-ETFs ausgewählt.“ Foto: Franklin Templeton

Herr Weyerer, warum spielen Schwellenländer in den Portfolios vieler Anleger nach wie vor offenbar nur eine untergeordnete Rolle?

Marcus Weyerer: In der Tat machen Emerging Markets nur etwas mehr als 10 Prozent an den Weltindizes aus. Von diesem relativ geringen Anteil hält wiederum China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, allein 3 bis 4 Prozent. Es gibt immer noch Berührungsängste der Anleger im Hinblick auf Schwellenländer. Diese werden als wesentlich riskanter als die entwickelten Märkte angesehen. Und Risiken bestehen ja auch, denken Sie nur an die regulatorischen Maßnahmen, die China im vergangenen Jahr in die Wege geleitet hat, oder die politische Haltung gegenüber Russland.

Warum sollten Schwellenländer-ETFs aber dennoch einen Platz im Portfolio finden?

Weyerer: Viele der betreffenden Volkswirtschaften weisen ein starkes Wachstum auf. China könnte in diesem Jahr zwar nur ein BIP-Plus von weniger als 5 Prozent erreichen. Ein für China sehr niedriger Wert, der aber immer noch über dem langfristigen Durchschnitt liegt, den wir in Europa gewohnt sind. Kurz gesagt: Europäische Anleger, die den bekannten Homebias pflegen, lassen Wachstum und entsprechende Erträge in den Schwellenländern liegen. Doch je besser die Märkte investierbar werden, desto mehr steigt auch die jeweilige Marktkapitalisierung. Und hier tut sich einiges.

Was heißt das konkret?

Weyerer: Nehmen wir etwa die Regulatorik: Sie sorgt beispielsweise dafür, dass Geschäftsberichte auf Englisch verfügbar sind. Und mit den verbesserten Standards steigt die Partizipation an den globalen Kapitalflüssen: Die Aufnahme von chinesischen A-Shares in den MSCI Emerging Markets Index und den MSCI All Country World Index im Jahr 2018 war ein ganz starker Performancetreiber.

Russland, Südafrika oder auch die Türkei will man derzeit nicht zwingend im Portfolio haben. Wie lässt sich ein Emerging-Markets-Engagement steuern?

Weyerer: Europäische Anleger sind in der Regel stark in der Heimat und den USA investiert. Für gezielte Investitionen in den Schwellenländern anstelle eines pauschalen Investments in die Anlageklasse sprechen zwei Gründe. Zum einen bietet sich in ausgewählten Schwellenländern langfristiges Wachstumspotenzial, das gehoben werden kann. Zum anderen, nicht weniger wichtig, ist der Aspekt der Diversifikation. Waren vor 20 bis 30 Jahren die Korrelationen zwischen den Schwellen- und den Industrieländern noch sehr niedrig, hat sich das durch zwei wichtige Marktereignisse geändert.

Welche meinen Sie?

Weyerer: Im Zuge der Asienkrise 1997 änderte sich die Regulatorik vorzugsweise in den asiatischen Schwellenländern, wodurch eine stärkere Integration dieser Volkswirtschaften in den Weltmarkt stattfand. Die globale Finanzkrise 2008/09 brachte ebenfalls Veränderungen auf den Weg – wodurch Schwellenländer heute in der Breite mit den entwickelten Ländern stärker korrelieren. Sieht man sich indes einzelne Volkswirtschaften in der Gruppe der Schwellenländer näher an, korrelieren sie oft ganz unterschiedlich – wodurch deren durchdachte Beimischung in ein Portfolio zur Stabilisierung insgesamt beitragen kann.

Welche Schlüsselmärkte hat Franklin Templeton auf dem Zettel?

Weyerer: Für unsere Einzelländer-ETFs haben wir mit China, Indien, Brasilien, Südkorea und Taiwan fünf Schwellenländer ausgewählt, die zusammengenommen etwa 80 Prozent der Marktkapitalisierung eines breiten Emerging-Markets-Index ausmachen. Langfristig glauben wir an jeden einzelnen dieser Märkte, Anleger können sich jedoch einzelne – oder eben alle – dieser ETFs ins Depot buchen, um ein gezieltes, aber mit Blick auf das gesamte Portfolio ausbalanciertes Exposure zu erhalten. Die Anleger können somit frei entscheiden: Will ich mehr Exposure zu Technologie oder eher zu Rohstoffen? Das eine ließe sich mit den Südkorea- und Taiwan-ETFs umsetzen, das andere mit dem Brasilien-ETF.

Wie sieht es mit Mexiko oder Indonesien aus? Vor welchem Hintergrund gehören diese Märkte nicht zum spezialisierten ETF-Programm von Franklin Templeton?

Weyerer: Wir haben bei der Auswahl der genannten fünf Länder darauf geachtet, dass wir den Anlegern ausgesprochen liquide Märkte zur Verfügung stellen können, die insbesondere auch hohen regulatorischen Anforderungen genügen.