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Liquidität durch private Investitionen Das Wasserproblem der Welt lässt sich lösen

Showeinlage vor dem Bellagio in der Wüstenstadt Las Vegas

Showeinlage vor dem Bellagio in der Wüstenstadt Las Vegas: Während in einigen Industriestaaten das Wasser verschwendet wird, haben einige Regionen der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Foto: imago images / robertharding

My Linh Ngo, Bluebay AM

Wasser ist für das Leben auf der Erde unverzichtbar. Doch die ausreichende Bereitstellung von (sauberem) Wasser stellt die Entwicklungsländer vor große Schwierigkeiten. Die Probleme dürften in den kommenden Jahren angesichts von Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Industrialisierung weiter zunehmen.

Vor dem Hintergrund der Dringlichkeit, dass sich rund um die Welt ein viel stärker als bislang dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtetes Wirtschaften durchsetzt, bietet sich der Investmentbranche die Möglichkeit, die Versorgung von Milliarden Menschen mit sauberem Trinkwasser zu verbessern. In den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) ist mit SDG-Ziel 6 – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle – nicht nur das Ziel einer geregelten Wasserversorgung verankert. Wasser ist auch für viele andere SDGs von entscheidender Bedeutung. Dazu zählen beispielsweise Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung und nachhaltige(r) Produktion und Konsum.

Zwar sind 70 Prozent unseres Planeten mit Wasser bedeckt, aber nur 3 Prozent davon sind überlebenswichtiges Süßwasser. Erschwerend kommt hinzu:

  • Milliarden von Menschen, vor allem in ländlichen Regionen, haben immer noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, die für die Bekämpfung von Krankheiten zentral sind.
  • Einer von drei Menschen besitzt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zwei von fünf haben keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen.
  • Mehr als 80 Prozent der Abwässer werden unbehandelt in Flüsse oder ins Meer geleitet, was die Ausbreitung von Krankheiten beschleunigt und die Wasserqualität verschlechtert.

Wasserknappheit könnte 700 Millionen Klimaflüchtlinge in Bewegung setzen

Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung sind von Wasserknappheit betroffen – Tendenz steigend. Nicht zuletzt, da das Angebot durch Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Industrialisierung weiter schrumpft. Auch die zunehmende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Energie dürfte den Trend verstärken.

Diese Dynamik wird sich durch den Klimawandel und extreme Wetterereignisse noch verschärfen. Der UNESCO zufolge werden bei jedem Grad Temperaturanstieg etwa 7 Prozent der Weltbevölkerung einen Rückgang der Wasserressourcen um 20 Prozent erleben. Durch den Wasserstress könnten schon bis zum Jahr 2030 rund 700 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden.

In der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung haben sich die Staaten verpflichtet, die Fortschritte bei der Verwirklichung des Ziels „sauberes Wasser“ und der damit verbundenen Vorgaben zu überwachen. Allerdings haben bisher nur wenige Länder dieses Ziel erreicht, obwohl sich einige immerhin auf dem richtigen Weg befinden oder zumindest Verbesserungen aufweisen.

SDG-Ziel 6 mit Finanzierungslücke von 735 Milliarden US-Dollar

Bringt der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen finanzielle Risiken wie Produktivitätsverluste durch Krankheiten mit sich, entstehen durch die Reaktion auf extreme Wetterbedingungen gewaltige Kosten. Findet die Welt keinen Weg, um mit den Gefährdungen des Klimawandels umzugehen, besteht die Gefahr, dass das globale Wirtschaftswachstum und die politische Stabilität in sehr vielen Ländern untergraben werden.

Investitionen in Wasser sind daher von entscheidender Bedeutung. Das „Sustainable Development Solutions Network“ schätzt, dass bis 2030 knapp 735 Milliarden US-Dollar investiert werden müssen, um das UN-Ziel für Wasser und sanitäre Einrichtungen zu erreichen. Die UNO schätzt die Finanzierungslücke in einigen Ländern auf etwa 60 Prozent. Dem Privatsektor kommt in diesem Zusammenhang eine nicht geringe Rolle zu: Investoren können innovative Lösungsansätze mit Hilfe von grünen oder auch blauen, auf den Schutz der Ozeane und der Küsten ausgerichteten, Anleihen unterstützen. Diese werden sowohl von Unternehmen als auch von staatlichen Emittenten begeben.

In welchen Bereichen Anleger ihre Investments verankern können

Die Herausforderungen im Bereich des SDG-Ziels 6 bieten Anlegern mehrere Einstiegspunkte:

  • Aufbereitung von Wasser zur Förderung der Wiederverwendung.
  • Effizienteres Management der Wassernutzung durch intelligente Technologien, Daten, Präzisionslandwirtschaft und Bewässerung.
  • Modernisierung alternder Wasserinfrastruktur.

Das Einbinden dieser Bereiche in die Wertschöpfungsketten wird Branchen und Unternehmen stärken, die entsprechende Produkte und Dienstleistungen anbieten. Diese Firmen werden nicht nur einen Einfluss auf die Entwicklungsdynamik haben, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil in diesen wachsenden Märkten erzielen.

Viele Lösungen werden stark technologieorientiert sein. Doch naturbasierte Lösungen dürften ebenso in Zukunft von Erfolg gekrönt sein, also Produkte, die sich an natürliche Prozesse anlehnen. Dazu zählen:

  • Rückhaltung von Feuchtigkeit im Boden zur Verbesserung der Wasserverfügbarkeit.
  • Natürliche und künstliche Feuchtgebiete zur Verbesserung der Wasserqualität.
  • Wiederherstellung von Überschwemmungsgebieten, um das Risiko von wasserbedingten Katastrophen und des Klimawandels zu verringern.

Insgesamt bieten die Beteiligungen an ESG-Anleihen – ob projekt- oder zielorientiert – Anlegern Chancen, positiven Einfluss auszuüben, indem sie die Finanzierung auf bestimmte Prioritäten ausrichten. Neben grünen Anleihen etablieren sich blaue Anleihen auf dem Markt. Gerade auch dieses Marktsegment, das sehr eng mit den SDGs und dem Bedarf an naturbasierten Lösungen verbunden ist, dürfte langfristig wachsen.

Ebenso erwarten wir ein Wachstum bei ergebnisorientierten, nachhaltigkeitsbezogenen Anleihen, so genannten Sustainability-Linked Bonds (SLBs). Begeben von Unternehmen und staatlichen Emittenten sollen sie Anlegern dabei helfen, konkrete Ziele und Vorgaben zur Förderung einer nachhaltigen Wassernutzung und gesunder Ozeane zu unterstützen.