Beteiligungsgesellschaft Cerberus Was hat der Höllenhund vor?

 Webseite von Cerberus: Die Beteiligungsgesellschaft ist bei der Commerzbank mit gut 5 Prozent zweitgrößter Aktionär nach der Bundesregierung.   | © Cerberus

Webseite von Cerberus: Die Beteiligungsgesellschaft ist bei der Commerzbank mit gut 5 Prozent zweitgrößter Aktionär nach der Bundesregierung. Foto: Cerberus

Ob die österreichische Bawag, deren Übernahme der Südwestbank, dann die Commerzbank und zuletzt die Deutsche Bank: Die Beteiligungen der US-amerikanischen Cerberus Holding im deutschsprachigen Bankenmarkt häufen sich. Vor diesem Hintergrund stellt die „Börsen-Zeitung“ (kostenpflichtig) die Frage, was die nach dem Höllenhund der griechischen Mythologie benannte Investmentfirma mit ihren Engagements vorhat. Immerhin war Cerberus lange als Heuschrecke verschrien, die in angeschlagene Unternehmen investiert, um sie so schnell wie möglich gewinnbringend wieder abzustoßen.

Jenseits der Jagd nach Kursgewinnen 

Jenseits der Jagd nach Kursgewinnen und Dividenden könnte die Holding etwa auf einen Zusammenschluss von Commerzbank und Deutscher Bank drängen, spekuliert die „Börsen-Zeitung“. Möglich sei auch eine Beteiligung an einer Bankenkonsolidierung im europäischen Rahmen. Die Höhe der Anteile bei Deutscher Bank (3 Prozent) und Commerzbank (gut 5 Prozent) dürfe man nicht als zu gering ansehen, wenn es darum gehe, die Einflussmöglichkeiten von Cerberus einzuschätzen, zitiert das Blatt Finanzmarktkreise.

Bawag als Vorbild?

Für den Erfolg eines möglichen Einstiegs bei der HSH Nordbank spricht laut Bericht die Entwicklung der bereits 2007 übernommenen Bawag: Nach deren ursprünglicher Milliarden-Schieflage komme die Gruppe mittlerweile auf eine Bilanzsumme von 38 Milliarden Euro und zähle heute mit einer Eigenkapitalrendite von knapp 15 Prozent, einer Aufwand-Ertrag-Relation von gut 41 Prozent und einer Kernkapitalquote von mehr als 16 Prozent zu den ertragsstärksten, effizientesten und am besten kapitalisierten Banken Europas.