Trotz weniger Analysen Mit konsequentem Stockpicking Small Caps zur besten Zeit finden

Isabelle de Gavoty, Head of Small Cap Investment von AXA Investment Managers: „Das Small-Cap-Universum ist generell weniger volatil als das der Large Caps“ | © AXA IM

Isabelle de Gavoty, Head of Small Cap Investment von AXA Investment Managers: „Das Small-Cap-Universum ist generell weniger volatil als das der Large Caps“ Foto: AXA IM

Gerade kleinere Unternehmen profitieren von längerfristigen globalen Trends, und zwar unabhängig davon, ob diese Entwicklungen mit Technologiefortschritten, demografischen Entwicklungen oder generellen Globalisierungsprozessen zusammenhängen.

Chancen durch Hightech

So hat etwa die zunehmende Digitalisierung des Geschäfts im Einzelhandel, im Banking oder auch in traditionellen Industrieunternehmen großen Auswirkungen. Viele innovative kleinere Unternehmen profitieren davon, weil sie in der Lage sind, ihren größeren Konkurrenten Marktanteile abzujagen. Im Bereich Healthcare und Biotech erwarten wir, dass schon bald Krankheiten geheilt werden können, die lange als unheilbar galten. Zwar investieren wir nicht in Biotech-Unternehmen im Anfangsstadium. Dafür interessieren uns jedoch Unternehmen, die von der höheren Forschungs- und Entwicklungsnachfrage im Healthcare-Bereich profitieren, wie zum Beispiel Icon.

Auch der technologische Fortschritt durch Automatisierung und Robotertechnik bietet Potenzial für Small Caps. So können Roboter durch neueste Technologien immer mehr anspruchsvolle Arbeiten von Menschen übernehmen oder mit ihnen gemeinsam erledigen, um die Produktivität anzukurbeln. In diesem Bereich sind wir zum Beispiel in Jungheinrich investiert, einer der weltweit führenden One-Stop-Shopping-Logistiker, der über ein koordiniertes Portfolio an Materialtransportausrüstung, Logistik-Systemen und -Dienstleistungen verfügt.

Geringe Größe als Wettbewerbsvorteil

Gerade ihre eher geringe Größe ist ein Kernbestandteil des Erfolgs ausgewählter Small Caps. Ihre operative Struktur eignet sich besonders gut, um flexibel und schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Viele Investoren stehen Small Caps aufgrund der geringen Anzahl von Analysten in diesem Segment jedoch oft noch skeptisch gegenüber.

Die etwas niedrigere Analysedichte eröffnet jedoch durchaus Chancen für erfahrene Investoren und Fondsmanager. Mit einem konsequenten Stockpicking-Ansatz lassen sich Unternehmen identifizieren, die besonders gute Wachstumsaussichten haben. Gerade dann, wenn der Markt dieses Potenzial noch nicht für sich entdeckt hat, ist der beste Kaufzeitpunkt.

Volatilität und Liquidität eher unproblematisch

Hinsichtlich der Volatilitätsrisiken bei Investments in geringer kapitalisierte Unternehmen kann ein Vergleich zu Large Caps gezogen werden: Die Kursbewegungen im Small-Cap-Sektor sind typischerweise auf bestimmte Faktoren zurückzuführen, das heißt sie korrelieren weniger stark miteinander als bei Large Caps. Daher ist das Small Cap-Universum im Allgemeinen weniger volatil als es häufig bei Large Caps der Fall ist.

Außerdem ist der Einfluss von technischen Bewegungen, wie sie zum Beispiel im Zusammenhang mit ETF-Strategien durch große Zuflüsse oder Abflüsse von Kapital hervorgerufen werden, bei Small Caps geringer. Ein Hauptrisikofaktor für Small Caps war in der Vergangenheit die Liquidität, so zuletzt in der Finanzkrise von 2007. Solche Liquiditätsprobleme kommen jedoch nicht häufig vor.

Gute makroökomische Basis

Die Liquidität wurde zuletzt von der geldpolitischen Straffung der Fed beeinflusst und ließ die Performance von Small Caps 2017 leicht hinter der von Large Caps zurück. Diese Underperformance wird jedoch nur von kurzer Dauer sein. Das makroökomische Bild zeigt sich weiterhin sehr vorteilhaft für diese Anlageklasse, auch wenn steigende Zinssätze zu einer erhöhten Volatilität führen sollten.

In den USA ist die Arbeitslosenquote so niedrig wie zuletzt im Jahr 2000. Der Vertrauensindikator der Unternehmen erreichte den höchsten Stand seit neun Jahren und die Finanzierungsbedingungen bleiben trotz der gestrafften Geldpolitik günstig. Die Steuerreform 2018 könnte zunächst zwar etwas Volatilität mit sich bringen, wir glauben jedoch, dass sie vor allem Small Cap-Aktien zugutekommen wird.

In Europa profitieren Small Caps von ihrer Partizipation am inländischen und globalen Wachstum sowie von der akkommodierenden Geldpolitik. Das Risiko besteht hier lediglich in einer Verlangsamung des aktuellen Wirtschaftswachstums. In Japan sollte die Reflationspolitik den Small Caps weiterhin Auftrieb verschaffen.