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Kryptowährungen Google-Suchen nach Bitcoin bestimmen Marktbewegungen

Michael Kollo, Chief Research Strategist bei AXA IM Rosenberg Equities: „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es in zehn Jahren noch dieselben Kryptowährungen geben wird wie heute“.

Michael Kollo, Chief Research Strategist bei AXA IM Rosenberg Equities: „Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es in zehn Jahren noch dieselben Kryptowährungen geben wird wie heute“.

Im Januar 2009 trat mit Barack Obama nicht nur der erste afroamerikanische Präsident der USA sein Amt an, fast zeitgleich erblickte auch die erste Kryptowährung das Licht der Welt: der Bitcoin. Während über die Entwicklung der US-Politik in den vergangenen neun Jahren viel debattiert wurde, ist eines völlig unstrittig: Das Universum der Kryptowährungen erlebte seither einen rasanten Aufstieg. Die Website coinmarketcap.com, die als inoffizielle Krypto-Benchmark gilt, zählt inzwischen 1.514 Kryptowährungen mit einer Gesamtmarktkapitalisierung von 409 Milliarden US-Dollar (Stand: 09. Februar 2018).

Kryptowährungen sind fundamental verankert

„Die Entwicklung von Währungen spiegelt für gewöhnlich wider, wie hoch die Nachfrage nach Gütern aus einem Währungsraum ist und in welchem Zustand sich seine Wirtschaft befindet“, erläutert Kollo. „Darüber hinaus gibt es einige Währungen, die als sichere Häfen angesehen werden, etwa der US-Dollar, der Japanische Yen und der Schweizer Franken. Diese Währungen weisen oft einen Zusammenhang mit starken Bewegungen an den Finanzmärkten auf.“ Dagegen seien Kryptowährungen frei von Interventionen durch Regierungen und Notenbanken – und daher auch frei von geographischen Besonderheiten oder besonderen Sicherheitssiegeln. „Stattdessen repräsentieren die neuen Währungen eine Reihe von Gütern und Dienstleistungen, die käuflich erworben werden können. So gesehen könnte man sagen, dass sie fundamental verankert sind“, ergänzt Kollo. Angesichts der dramatischen Kursschwankungen sei Spekulation aber wohl der wichtigere Treiber für Kryptowährungen – denn schließlich hätten sie keinen intrinsischen Wert.

Anlegerstimmung ist entscheidend

„Das Krypto-Universum verhält sich wie ein alternativer Markt mit eigenen Regeln“, erläutert Kollo. Allerdings scheint dabei die Anlegerstimmung eine große Rolle zu spielen – denn es gibt eine starke Verbindung zwischen der Zahl der Google-Suchen nach „Bitcoin“ und kurzfristigen Kursbewegungen. Doch auch wenn der Markt nach traditionellen Maßstäben noch unreif sein mag: „Es ist zwar höchst unwahrscheinlich, dass es in zehn Jahren noch dieselben Kryptowährungen geben wird wie heute, doch es wird immer klarer, dass Währungen an sich, als Mittel zum Handel, eine Revolution erleben – und zwar eine Revolution, die auch in der Politik tiefe Spuren hinterlassen wird“, erklärt Kollo.

Als Investments hingen Kryptowährungen aber nach wie vor von den Launen der Spekulanten und von Privatanlegern ab. Ohne signifikante Rückendeckung von Regierungen oder anderen Institutionen dürften sie auf absehbare Zeit spekulative Assets bleiben, so der Experte.

Klassische Anlagen statt Krypto-Investments

„Für den größten Teil der Anleger dürften Krypto-Assets ein interessantes, aber kein ernsthaftes Thema sein. Sie werden auch für Zukunftsthemen lieber auf traditionelle Anlageklassen setzen“, ist Kollo überzeugt. Auch deshalb hat AXA Investment Managers mit dem AXA World Funds Framlington Digital Economy einen Aktienfonds lanciert, der gezielt in die digitale Wirtschaft investiert. Im Fokus des Fonds stehen Unternehmen, die sich auf den Discovery- und den Entscheidungsprozess sowie auf die Auslieferung im E-Commerce spezialisiert haben. An dieser Stelle schließt sich der Kreis zu den Kryptowährungen – denn mit Amazon hat schließlich erst vor Kurzem die erste große E-Commerce-Plattform begonnen, Zahlungen in Bitcoin zu akzeptieren.

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