Zukunftsweisende Lösung Talanx startet betriebliche Altersvorsorge ohne Garantie

Talanx-Vorstand Fabian von Löbbecke

Talanx-Vorstand Fabian von Löbbecke: Er sieht in der Zielrenten-Lösung eine gelungene Blaupause für weitere Arbeitgeber und Gewerkschaften. Foto: Fabian von Löbbecke

Beschäftigte der Talanx sollen ab dem 1. Juli eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) zur reinen Beitragszusage (rBZ) zeichnen können. Das Sozialpartnermodell (SPM) von Talanx und Verdi liegt aktuell zur Prüfung bei der Bafin.

Dieses System ist das erste seiner Art in Deutschland: Die Talanx macht ihren Mitarbeitern eine Zielrente schmackhaft. Eine Leistungsgarantie gibt sie nicht, sieht jedoch gute Chancen im Kapitalmarkt. In den bisherigen Simulationen fuhren die Portfoliomanager einen Mix aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Unter dem Strich stehen 20 Prozent Rendite, wie Fabian von Löbbecke, Talanx-Vorstand für die bAV, verkündet. 

Und er versichert: „Die Arbeitgeber leisten 5 Prozent ergänzenden Sicherungsbeitrag, der dem Kollektiv als zusätzlicher Sicherheitspuffer zugutekommt“. Neben den Beiträgen der Talanx-Beschäftigten fließen in jedem Fall die gesetzlichen Zuschüsse der Arbeitgeber in Höhe von 15 Prozent in die rBZ ein.

Bereits im Februar 2018 hatte die Talanx gemeinsam mit der Zurich-Gruppe ein gemeinsames SPM-Konsortium mit dem Namen „Die Deutsche Betriebsrente“ ins Leben gerufen und seitdem an der Zielrenten-Lösung gestrickt. Die Pensionsfonds von Talanx und Zurich werden das Produkt nach bestandener Bafin-Prüfung vermarkten.

Nach intensiven Verhandlungen habe man damit eine „Blaupause kreiert, die Verdi auch auf andere Branchen in Deutschland anwenden kann“, so Carsten Schildknecht, Vorstandschef von Zurich Deutschland.

Zielrenten-Lösung soll weitere Arbeitgeberverbände locken

Mit diesem Konzept werde es leichter, weitere Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften von der Zielrenten-Lösung zu überzeugen, hofft Lars Golatka, Bereichsvorstand bAV bei Zurich und Vorstandschef des Deutschen Pensionsfonds.

Auch Verdi gibt sich optimistisch. Es gebe keine Ablösung oder Verschlechterung bereits bestehender Zusagen durch das neue SPM, erklärt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz. Und Judith Kerschbaumer, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik bei Verdi, blickt guten Mutes in die Zukunft: „Neben dem SPM mit Talanx sind zwei weitere Branchen-Tarifverträge in der Pipeline, in einem Fall gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.“