Senior-Teilhaber von Pictet „Deutsche Familienunternehmer denken wie wir langfristig“

Renaud de Plant bekleidet seit 1. September 2019 die Rolle des Senior-Partners der Genfer Privatbank Pictet. | © Pictet

Renaud de Plant bekleidet seit 1. September 2019 die Rolle des Senior-Partners der Genfer Privatbank Pictet. Foto: Pictet

Deutschland ist für Pictet ein interessanter Markt, weil die Familienunternehmer hierzulande ebenso langfristig denken wie die Genfer Privatbank. Das sagt Renaud de Planta im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (bezahlpflichtig). Mit Beginn September rückt de Planta offiziell in die Rolle des Senior-Teilhabers der Gruppe. Als Nachfolger von Nicolas Pictet sitzt er in der Position nun der siebenköpfigen Gesellschafter-Gruppe des Geldhauses vor, wobei de Planta direkt zu Gesprächsbeginn betont, dass er damit nicht Vorstandsvorsitzender der Gruppe ist. Die Ernennung zum Senior-Partner gebührt bei Pictet dem Dienstältesten der Gesellschafter: „Es braucht halt jemanden, der die Sitzungen der Teilhaber leitet und die Agenda setzt“, so de Planta. Er sehe sich eher in der Rolle eines Spielertrainers.

Zur Standortpolitik der Privatbank in Deutschland sagte de Planta weiter, dass Pictet bestrebt ist, seine Büros in Frankfurt, München und Stuttgart weiter auszubauen: „Deutschland ist trotz der aktuellen Konjunkturschwäche die stärkste Wirtschaft in Europa.“ Zudem sei das regulatorische Umfeld hierzulande besser abschätzbar als in anderen Märkten, meint de Planta im „FAZ“-Interview. Bei der Thematik der negativen Leitzinsen sieht der neue „Pictet-Chef“ sein Haus gut gerüstet: Als Vermögensverwalter werde damit klarkommen, so de Planta. Man müssen sich halt permanent neu erfinden, so wie es die Privatbank die vergangenen 200 Jahre bereits geschafft habe. Dennoch sieht de Planta die Geldpolitk an ihre Grenzen stoßen und normale Geschäftsbanken damit in einer gefährlichen Lage.