Nach Personalfluktuation Aufsichtsratschef der Apobank vor Abschied

Ulrich Montgomery, Aufsichtsratschef bei der Apobank

Ulrich Montgomery, Aufsichtsratschef bei der Apobank: Sein kolportierter Abgang hängt wohl zum einen mit seinen öffentlichen Aussagen zur Pandemie zusammen, zum anderen aber auch mit einem fachlichen Hintergrund. Foto: Imago Images / Rüdiger Wölk

Bei der Apobank gibt es laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Bezahlschranke) den nächsten prominenten Personalabgang. Aufsichtsratschef Frank Ulrich Montgomery steht nach dem Abtritt von Vorstandschef Ulrich Sommer Mitte Dezember und diversen Störgeräuschen im Private Banking wohl kurz vor dem Aus.

Montgomery ist neben seinem Amt bei der Apobank auch Weltärztepräsident – und trat deshalb im Rahmen der Pandemie häufig in der Öffentlichkeit auf. Bei diesen Auftritten und seinen teils kontrovers diskutierten Aussagen scheint er es sich nun mit einem großen Teil der Ärzteschaft verprellt zu haben, die Kammer distanzierte sich von ihm. Das wird nun laut FAZ auch zum Problem für seinen Sitz im Aufsichtsrat.


Zweiter gewichtiger Grund für einen möglichen Abgang bei der Apobank ist aber auch der fachliche Hintergrund. Während Montgomery als Radiologe aus der Medizin kommt, arbeitete der von der FAZ genannte potenzielle Nachfolger jahrelang in der Finanzbranche: Gerhard Hofmann war Bundesbankdirektor und ist bis Ende Februar Vorstand des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken. Da er das Gremium aber aus Altergründen verlässt, könnte Hofmann Montgomery bei der Apobank beerben.

Montgomery selbst bestätigte gegenüber der FAZ, dass er auch weiterhin zum Mandat als Apobank-Aufsichtsratschef bereit wäre. Auch Hofmann sei allerdings nicht abgeneigt. Eine endgültige Entscheidung wird wohl bei der Vertreterversammlung Ende April getroffen.

Die Unruhe bei der Apobank dauert schon länger an: Im April ordnete sich die Vorstandsriege neu, nachdem zuvor unter anderem eine neue Strategie für die Vermögensanlage verabschiedet wurde. Im Verlauf des Jahres gab es laut Informationen des private banking magazins dann immer wieder Unruhe im Private Banking und Privatkundengeschäft der Apobank.