Neues Vertriebsmodell Apobank legt in der Beratung den Fokus auf Vermögensanlage

Düsseldorfer Zentrale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Düsseldorfer Zentrale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank: Das Institut verbessert die Stellung ihrer Vermögensberatung, um vor allem das Depotvolumen bei Privatkunden in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Foto: Apobank

25 Milliarden Euro betreutes Depotvolumen bis 2027 hat sich die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in der Vermögensverwaltung auf die Fahnen geschrieben. Um dieses Ziel, verkündet im Zuge der heute veröffentlichen Geschäftszahlen für 2020, zu erreichen, legt das Düsseldorfer Institut den Fokus in der Beratung künftig auf die Vermögensanlage. Umsetzen will man die Vorgabe im Vertrieb mit einem neuen Betreuungsmodell, das die Beratung zu Vermögen und Vorsorge über den bisherigen Ansatz hinaus stärker in den Mittelpunkt rücken soll.

Dem neuen Apobank-Vertriebsmodell liegt ein ganzheitlicher Beratungsansatz zugrunde, dessen Ausgangspunkt ein Vermögensturm auf Basis von drei Säulen ist: Leistungen von Versorgungswerken, zukünftiger Praxiswert und Einkommensströme sowie privates Vermögen. „Anhand dieses Vermögensturms können wir die individuellen Vermögensbausteine ermitteln, die es bedarf, damit der Arzt oder Apotheker zu jedem Zeitpunkt in der Zukunft sämtliche Verpflichtungen bedienen und sich persönliche Wünsche erfüllen kann“, erklärt Jasper Meijerink, Mitglied der Geschäftsleitung für Privatkunden und verantwortlich für das Vertriebsmanagement. Ziel sei ein langfristiger spezifischer Plan für Vermögensaufbau, um den Kunden anhand seiner besonderen Bedarfe lebenslang begleiten zu können.

Dass die Vermögensberatung innerhalb der Beratung in den Vordergrund rückt, hat folgerichtig Auswirkungen auf die künftige Beraterstruktur: „Als zentraler Ansprechpartner des Kunden wird sich der Finanzberater sowohl um dessen Finanzierungs- als auch Vermögens- und Vorsorgeanliegen kümmern und so den Überblick über den Finanzbedarf in allen Lebensphasen behalten“, sagt Meijerink. Im Zuge der veränderten Zuständigkeiten haben jüngst zwei Vermögensexperten der Apobank neue Rollen innerhalb der Organisation übernommen, um die Vermögensberatung deutlicher hervorzuheben.

Bei Bedarf könne der Vermögensberater Experten für einzelne Themenfelder hinzuziehen, etwa den Spezialisten aus dem Portfoliomanagement, der sich um Kunden mit komplexerem Anlagebedarf kümmert, oder Fachleute für das Existenzgründungsgeschäft und die betriebswirtschaftliche Praxisberatung. Eingebettet ist die neue Beraterstruktur in eine überarbeitete regionale Struktur, die aus 15 Marktgebieten besteht.

Der neue Vertriebsansatz ist Teil des Strategieprogramms „Oskar“, das die Apobank Ende 2020 gestartet hat. Es zielt unter anderem auf eine Stärkung der finanziellen Basis ab. Dazu will man Prozesse effizienter gestalten und Strukturen verbessern.

2020 steigerte die Apobank ihre Ergebnis im Anlage- und Vermögensberatungsgeschäft mit Privatkunden und institutionellen Anlegern: Das Depotvolumen erreichte eigenen Angaben zufolge 10,4 Milliarden Euro (2019: 9,7 Milliarden Euro). Das Verwahrstellenvolumen stieg auf 22,5 Milliarden Euro (2019: 21,8 Milliarden Euro). Das vergangene Geschäftsjahr bewältigte die Apobank mit einem Gewinn von 65,3 Millionen Euro gegenüber 64,1 Millionen Euro 2019.