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Amundi zur Portfoliokonstruktion Schwankungsarme Qualitätsaktien gehören jetzt ins Depot

Thomas Kruse, Investmentchef bei Amundi, Europas größter Fondsgesellschaft: „Wir beginnen, uns auf eine defensivere Ausrichtung vorzubereiten.“ | © Amundi Asset Management

Thomas Kruse, Investmentchef bei Amundi, Europas größter Fondsgesellschaft: „Wir beginnen, uns auf eine defensivere Ausrichtung vorzubereiten.“ Foto: Amundi Asset Management

Die Ungleichgewichte an den Märkten haben sich zuletzt verstärkt: So hat die Türkei-Krise viele Anleger in Europa verschreckt. Investoren in den Schwellenländern zogen es vor, auf Nummer sicher zu gehen. Der US-Markt hingegen bewegt sich auf historischen Hochs. Angesichts der gut laufenden Wirtschaft haben sich hier die Unternehmensgewinne verbessert. Die Ungleichgewichte sollten in den nächsten Monaten noch anhalten, doch im kommenden Jahr dürften sie sich abschwächen, weil die Einmal-Effekte der US-Steuerreform dann hinter uns liegen.

Die Perspektiven für Aktien im dritten und vierten Quartal sehen insgesamt gut aus: Solide Unternehmensgewinne und lediglich moderate Zinsschritte stützen die Bewertungen. Die USA bleiben dabei unser bevorzugtes Investment-Ziel. Hintergrund sind die guten Unternehmensgewinne und die damit wieder verbesserten Bewertungen. Doch mit dem auch in Europa voranschreitenden Konjunkturzyklus, der mit steigenden Ölpreisen und höheren Produktionskosten aufgrund anziehender Arbeitskosten einhergeht, kommt dem Stockpicking eine immer wichtigere Bedeutung zu. Wir bevorzugen qualitativ hochwertige, wenig konjunktursensible Unternehmen.

Euro-Schwäche stützt Eurozone-Exporte

Die Aussichten in der Eurozone sehen relativ gut aus, doch der Markt bleibt verwundbar. Die Türkei-Krise könnte europäische Banken in Mitleidenschaft ziehen, die in der Türkei mit rund 150 Milliarden US-Dollar investiert sind. Die derzeitige Schwäche der Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar stützt die Exporte der Eurozone und dürfte anhalten, allerdings nur bis zum ersten Quartal 2019. Danach dürfte der US-Dollar wieder abwerten, weil die US-Währung in der Vergangenheit stets unterdurchschnittlich abgeschnitten hat, sobald sich in einem Zinserhöhungszyklus die Zinsstrukturkurve abgeflacht hat. Hierbei gilt: In einer flachen Zinskurve haben die langfristigen Anleihen ungefähr die gleiche Rendite wie kurzfristige Anleihen. Diese Auffälligkeit wird oft als Zeichen für einen bevorstehenden Übergang von der Expansion zur Rezession gewertet.

US-Konjunktur mit guten Vorzeichen

Der US-Aktienmarkt befindet sich weiterhin in einem der längsten Bullenmärkte seiner Geschichte. Der Wendepunkt muss jedoch nicht unmittelbar bevorstehen: Die konjunkturelle Entwicklung verläuft gut, der Optimismus der kleinen Unternehmen bewegt sich knapp unter dem Allzeithoch und auch die Investitionspläne der Unternehmen erscheinen insgesamt solide. Befeuert werden die Gewinne der Unternehmen von den Steuerreformen der US-Administration, die das EPS-Wachstum (Ergebnis je Aktie) im laufenden Jahr um 8 Prozent angeschoben haben. Die Gewinnaussichten für 2018 und 2019 bleiben weiterhin positiv.

Dessen ungeachtet halten wir eine Durchsicht des Portfolios unter Qualitätsaspekten für ratsam und beginnen, uns auf eine defensivere Ausrichtung vorzubereiten. Dazu gehört eine Austarierung des Portfolios: Zum einen sollte die Balance zwischen den einzelnen Sektoren ausgewogen sein; wir meiden Übergewichtungen. Zum anderen gehören Qualitätstitel ins Portfolio sowie Werte, die eine niedrige Volatilität aufweisen.

Im laufenden Jahr hängt die Kursentwicklung des S&P vorrangig an einigen wenigen Sektoren, insbesondere IT, Konsumgüterhersteller und Energiedienstleister. Gerade der sehr hoch bewertete IT-Sektor könnte sich als verwundbar erweisen, etwa angesichts der vorläufig anhaltenden Aufwertung des US-Dollars. Obwohl die Zwischenwahlen in den USA für politische Unruhe sorgen dürften, entwickelt sich der Markt insgesamt in einem positiven Umfeld.

Teils reizvolle Bewertungen in den Schwellenmärkten

Der jüngste Sell-Off hat die Bewertungen zum Teil deutlich verbessert. Sollten jetzt keine neuen Hiobsbotschaften hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung kommen, könnten sich Schwellenländeraktien von ihren niedrigen Bewertungsniveaus lösen. Dennoch bleiben wir vorsichtig: Die Weltwirtschaft dürfte sich bis zum Jahresende leicht gebremst entwickeln, weil auch die Schwellenmärkte bei ihren Exporten leicht zurückstecken müssen. Die politischen Risiken bleiben hoch, etwa in Brasilien, Südafrika und in der Türkei. Auch mit Blick auf die US-Politik bleiben Unwägbarkeiten bestehen. Was für die Schwellenmärkte spricht, sind die durchaus guten Perspektiven für Rohstoffe.

Daher sehen wir Investment-Themen, die mit dem Rohstoff Öl zusammenhängen, als besonders chancenreich an. Ungeachtet der immer neuen Eskalationen im Handelskonflikt erscheint uns auch China vielversprechend – nicht zuletzt, weil die Sorgen vor einer wirtschaftlichen Abkühlung und einer Verschärfung des Handelsstreits derzeit bereits weitgehend eingepreist sein dürften. Die Bewertungen chinesischer Unternehmen erscheinen uns daher sehr reizvoll und wir vertrauen auf die konstruktiven Maßnahmen von Chinas perspektivisch langfristig denkender Regierung, die der Wirtschaft verlässlich zur Seite stehen will.

Soweit nicht anders angegeben, beruhen die hier enthaltenen Ansichten auf Recherchen, Berechnungen und Informationen von Amundi Asset Management und haben den Stand 03.09.2018. Diese Ansichten können sich jederzeit ändern, abhängig von wirtschaftlichen und anderen Rahmenbedingungen. Es gibt keine Gewähr, dass sich Länder, Märkte oder Branchen wie erwartet entwickeln werden. Diese Veröffentlichung ist kein Verkaufsprospekt und stellt kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Anteilen in Ländern dar, in denen ein solches Angebot nicht rechtmäßig wäre. Außerdem stellt diese Veröffentlichung kein solches Angebot an Personen dar, an die es nach der jeweils anwendbaren Gesetzgebung nicht abgegeben werden darf. Amundi Deutschland GmbH ist ein Unternehmen der Amundi Gruppe.