Verpflichtungen lasten schwer Pensionskasse für die deutsche Wirtschaft plant Einschnitte

Eine Rentnerin listet ihre Ausgaben auf: Mehr und mehr Pensionskassen können ihre Renditeversprechen mittelfristig nicht mehr erfüllen. | © Quelle: imago images / photothek

Eine Rentnerin listet ihre Ausgaben auf: Mehr und mehr Pensionskassen können ihre Renditeversprechen mittelfristig nicht mehr erfüllen. Foto: Quelle: imago images / photothek

Die Liste der Pensionskassen, die ihre Renditeversprechen aufgrund wegbrechender Renditen mittelfristig nicht mehr erfüllen und daher die Verzinsung der Versicherungsbeiträge senken, wird länger. Diesen Schritt geht nun auch die Pensionskasse für die deutsche Wirtschaft, ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Das berichtet die „Börsen-Zeitung“ (bezahlpflichtig).

Die Zeitung beruft sich auf die Einladung für die Mitgliederversammlung der Pensionskasse im Juni. Darin heißt es: „Die gesetzlichen Solvabilitätsanforderungen werden ohne Maßnahmen zur Reduzierung der Verpflichtungsseite mittelfristig voraussichtlich nicht mehr erfüllt werden können“. Die Beiträge aller Versicherten – egal, ob ihnen ursprünglich 3 Prozent oder 0,9 Prozent zugesagt wurden – sollen dem Bericht zufolge von 2021 an nur noch mit 0,4 Prozent verzinst werden.

Die Pensionskasse für die deutsche Wirtschaft wurde 1930 – damals noch unter anderem Namen – als Pensionskasse der chemischen Industrie Deutschlands gegründet. Seit 1996 steht sie Unternehmen und Beschäftigten aller Branchen offen. In der aktuellen Statistik der Bafin liegt die Pensionskasse mit Sitz in Duisburg mit einer Bilanzsumme von 1,9 Milliarden Euro auf Rang 24. Ende 2018 standen 74.651 Anwärtern auf eine Betriebsrente insgesamt 18.367 Rentnern gegenüber. 

Früheren Medienberichten zufolge, hatte eine kleine Anfrage der AFD-Fraktion im Bundestag im April ergeben, dass elf Pensionskassen eine Kürzung des sogenannten Rentenfaktors für künftige Rentenbeiträge beantragt haben. Bei sieben Kassen sei dies bereits genehmigt worden. Dabei handelt es sich um die Deutsche Steuerberater-Versicherung, die Hannoversche Alterskasse, die Hannoversche Pensionskasse und die Kölner Pensionskasse. Ferner wollen die Pensionskasse der Genossenschaftsorganisation, die Pensionskasse der Hamburger Hochbahn sowie die Pensionskasse Deutscher Eisenbahnen und Straßenbahnen den Rentenfaktor kürzen.