Untersuchung am Markt für nachhaltige Geldanlagen Institutionelle Investoren sind Vorreiter für Nachhaltigkeit

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen ist der Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.  | © Forum Nachhaltige Geldanlage

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen ist der Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Foto: Forum Nachhaltige Geldanlage

Das Angebot nachhaltiger Geldanlagen wächst ungebrochen, wie der Marktbericht 2019 des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zeigt. Im vergangenen Jahr kletterten die vom FNG als nachhaltig eingestuften Geldanlagen in Deutschland um etwa 28 Prozent auf 219 Milliarden Euro.

Das FNG, selbsternannter Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz, unterscheidet bei der Erhebung seiner Daten zwischen nachhaltigen Geldanlagen und verantwortlichen Investments. Der Unterschied besteht in der Verankerung und Qualität des ESG-Ansatzes. Wie die aktuellen Daten zeigen, werden in der Bundesrepublik bereits 1.527 Milliarden Euro als verantwortliche Investments klassifiziert. In dieser Summe sind die nachhaltigen Geldanlagen enthalten. Während es sich bei nachhaltigen Geldanlagen um explizit nachhaltige Produkte handelt, steht bei verantwortlichen Investments die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Vordergrund. 

Besonders kräftiges Wachstum beobachtet das FNG im Bereich der nachhaltigen Investmentfonds und Mandate. Binnen Jahresfrist wuchs der Markt um knapp 45 Prozent auf 133,5 Milliarden Euro per 31. Dezember 2018. Das Gros der Mittel entfällt mit 89 Milliarden Euro (i.V.: 62 Milliarden Euro) auf Investment-Mandate. Investmentfonds wiederum fließen mit rund 45 Milliarden Euro (i.V.: 30 Milliarden Euro) in die Summe ein. Das gesamte Marktvolumen hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verzehnfacht.

Wie dem Marktbericht des FNG ferner zu entnehmen ist, haben die Investmentfonds Zuflüsse von rund 10,8 Milliarden verbucht, bei den Mandaten wurden für das vergangene Jahr Nettozuflüsse von rund 4,6 Milliarden Euro gemeldet. Das Wachstum bei den nachhaltigen Fonds und Mandaten geht laut dem Bericht einerseits auf den Umstand zurück, dass mehr Unternehmen Zahlen an das Forum berichtet haben. Zuwächse resultierten aber in erster Linie aus der Tatsache, dass „gewichtige Marktteilnehmer große Investmentfonds und Mandate auf Nachhaltigkeit umgestellt haben“, so das FNG.

Anders als der Gesamtmarkt für Investmentfonds in der Bundesrepublik wächst das Angebot im Bereich nachhaltige Produkte. Die im Fondsverband BVI organisierten Kapitalverwaltungsgesellschaften verwalteten zum 31. Dezember 2018 Vermögenswerte in Höhe von 2,95 Billionen Euro. Im Vergleich mit 2017 ist der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr um knapp zwei Prozent geschrumpft. Der nachhaltige Anlagemarkt hingegen floriert und macht nun einen Anteil von 4,5 Prozent des Gesamtmarktes aus.

Das Wachstum im Markt für nachhaltige Geldanlagen wird in Deutschland weiterhin maßgeblich von institutionellen Investoren getrieben. Sie stehen für knapp 93 Prozent aller nachhaltigen Fonds und Mandate. Im vergangenen Jahr legten die nachhaltigen Geldanlagen institutioneller Anleger um 48 Prozent zu, die der Privatinvestoren kamen um elf Prozent voran. Somit setzt sich laut dem FNG der Trend fort, dass das Wachstum der nachhaltigen Geldanlagen maßgeblich von den institutionellen Investoren getrieben wird.

Wie die folgende Abbildung zeigt, lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der institutionellen Investoren im Betrachtungszeitraum von 2005 bis 2018 bei 35 Prozent. Zum Vergleich: Bei Privatinvestoren beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate acht Prozent. Rund 93 Prozent der nachhaltigen Geldanlagen stammten zum Stichtag 31. Dezember 2018 von institutionellen Investoren, sieben Prozent von Privatanlegern.

Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der institutionellen Investoren lag im Betrachtungszeitraum von 2005 bis 2018 bei 35 Prozent, bei Privatanlegern bei 8 Prozent.

Kirchliche Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen gehören unverändert zu den wichtigsten institutionellen Investoren in dem Marktsegment. Sie halten knapp 40 Prozent der nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland. Dahinter folgen die Versicherungsunternehmen mit einem Anteil von 17 Prozent. Weitere zwölf Prozent der nachhaltigen Fonds und Mandate stammen von Sicherungseinrichtungen, Gewerkschaften und Banken.

Wachstum verbuchte das FNG im vergangenen Jahr auch bei den Kundeneinlagen der 14 deutschen Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus. Binnen zwölf Monaten wuchsen ihre Einlagen von 35,6 Milliarden Euro um 8 Prozent auf 38,6 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2018, wie die folgende Abbildung zeigt.

Die 14 deutschen Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus verwalteten im Jahr 2018 Kundeneinlagen in Höhe von 38,6 Milliarden Euro.  


Über die Studie:
Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist der Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Verein mit Sitz in Berlin erhebt jährlich das Volumen nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und veröffentlicht die Ergebnisse in einem Marktbericht.