Umfrage unter Großanlegern zur Nachhaltigkeit Nicht nur Aktionäre können Veränderungen vorantreiben

Das Parkett der Börse Frankfurt: Laut einer Umfrage wollen 61 Prozent der Befragten ihren Ansatz für verantwortungsbewusstes Investieren in Aktien in den nächsten drei Jahren verbessern. | © Getty Images

Das Parkett der Börse Frankfurt: Laut einer Umfrage wollen 61 Prozent der Befragten ihren Ansatz für verantwortungsbewusstes Investieren in Aktien in den nächsten drei Jahren verbessern. Foto: Getty Images

Eine Umfrage der Fondsgesellschaft NN Investment Partners (NNIP) unter professionellen Anlegern zum Thema verantwortungsbewusstes Investieren („Investor Sentiment: Responsible Investing Survey 2019“) zeigt, dass sich verantwortungsbewusste Anleger nach wie vor mehr auf Aktien als auf Anleihen konzentrieren. In der im April und Main dieses Jahres unter 290 professionellen Anlegern in Europa durchgeführten Umfrage gaben 26 Prozent der Anleger gibt an, dass ihr Unternehmen ein klar definiertes Konzept in Bezug auf verantwortungsbewusstes Investieren in Anleihen habe. Für Aktien besitzt immerhin die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ein entsprechendes Konzept.

Wie die Umfrage aber ebenfalls zeigt, wollen 61 Prozent ihren Ansatz für verantwortungsbewusstes Investieren in Aktien in den nächsten drei Jahren verbessern. Für Anleihen geben dies 49 Prozent an.

Edith Siermann, Nachhaltigkeitsspezialistin bei NN Investment Partners, findet es interessant zu sehen, dass derzeit nur 26 Prozent der befragten Investoren über eine verantwortungsbewusste Investmentstrategie für Anleihen verfügen. „Meiner Meinung nach gibt es keinen Grund, warum dieser Prozentsatz niedriger sein sollte als auf der Aktienseite. Alle Ansätze, die auf Aktien angewendet werden, können, abgesehen von der Stimmrechtsausübung, auch auf festverzinsliche Anlagen angewendet werden“, erläutert Siermann. Es sei ermutigend, dass fast die Hälfte der Anleger in der Umfrage beabsichtigt, sich in diesem Bereich zu verbessern. Siermann sagt, dass die ESG-Integration der beste Weg sei, um nennenswerte Renditen zu erzielen und gleichzeitig einen Beitrag zur Gesellschaft insgesamt zu leisten. 

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage zeigt, dass 69 Prozent der Investoren glauben, dass Aktionäre klare und positive Veränderungen in den Unternehmen vorantreiben können. 65 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben jedoch, dass dies für Inhaber von Anleihen schwieriger ist, weil sie kein Stimmrecht besitzen. Nach Einschätzung Siermanns gibt es neben der Stimmrechtsausübung für Investoren sehr viele weitere Möglichkeiten, sich zu engagieren. „Die Tatsache, dass Anleiheinhaber kein Stimmrecht haben, ist daher kein Grund, die Bedeutung des Engagements bei Anleiheinvestoren zu schmälern.“ Unabhängig von der Anlageklasse sei Engagement ein wichtiges Instrument, um nachhaltige Veränderungen voranzutreiben.