3 Prozent Rendite im zweiten Quartal Ölfonds hält an Staatsanleihen fest

Yngve Slyngstad ist Chef von Norges Bank Investment Management, einem Teil der norwegischen Zentralbank.  | © Getty Images

Yngve Slyngstad ist Chef von Norges Bank Investment Management, einem Teil der norwegischen Zentralbank. Foto: Getty Images

Der norwegische Staatsfonds Government Pension Fund Global (GPFG) hat im zweiten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres an den Erfolgskurs des ersten Jahresviertels anknüpfen können: Im Dreimonatszeitraum von April bis Juni verbuchte der 1990 installierte Ölfonds über sämtliche Anlageklassen hinweg eine Rendite von 3,0 Prozent, wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet. Zum Vergleich: Im ersten Quartal kletterte der Wert der Kapitalanlage bereits um 9,1 Prozent. Dem waren allerdings Ende vergangenen Jahres erhebliche Kursverluste insbesondere bei Aktien vorausgegangen. 

Jede vierte Anleihe betroffen

Die von Norges Bank Investment Management (NBIM), einer Abteilung der Zentralbank, verwaltete Kapitalsammelstelle ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp 920 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2019) weiterhin einer der größten Staatsfonds der Welt. Und wie die meisten Großanleger hadert das Management des Fonds mit den niedrigen und immer öfter auch negativen Zinsen. „Wir halten nun mehr als 600 Milliarden norwegische Kronen (rund 60 Milliarden Euro, Anm. d. Red.) in Bonds mit negativer Rendite“, sagte Vizechef von NBIM, Trond Grande, laut einer Mitteilung. Das entspreche einem Viertel des Anleiheportfolios von gut 2,4 Billionen norwegischen Kronen und dem aktuellen Marktstandard. Inwiefern der Staatsfonds mit den Anleihen ein Verlustgeschäft macht, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Entschiedend sind die Renditen beim Ein- und Ausstieg. 

Der norwegische Staatsfonds hält laut „Börsen-Zeitung“ große Bestände an US-amerikanischen sowie japanischen und deutschen Staatsanleihen. Das Fondsmanagement geht laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg nun auch nicht mehr von steigenden, sondern von sinkenden Zinsen aus. Wenn die Zinsen sinken, steigt der Wert der Anleihen, die bereits im Portfolio liegen. Entscheidend für institutionelle Anleger ist aber in der Regel, dass die Anleihen beim Einstieg eine positive Rendite abwerfen, weil sie die Zinspapiere regelmäßig bis zum Ende ihrer Laufzeit halten. 

Das Portfolio des Staatsfonds besteht zu großen Teilen aus Aktien. Die Aktienquote beträgt laut dem Zeitungsbericht 69,3 Prozent. Auf festverzinsliche Anlagen entfallen 28 Prozent. 2,7 Prozent des Fonds sind in Immobilienanlagen gebunden.