Streit um Nachfolgeregelung Darboven-Patriarch will Erben der Jacobs-Familie adoptieren

Albert Darboven bei der Eröffnung des Hamburger Konzerthauses Elbphilharmonie: Der Patriarch zieht im Nachfolgestreit alle Register. Er will nun den Sprössling des Konkurrenten Jacobs adoptieren und ihm auf diese Weise die Leitung des traditionsreichen Kaffeehauses übertragen. | © Getty Images

Albert Darboven bei der Eröffnung des Hamburger Konzerthauses Elbphilharmonie: Der Patriarch zieht im Nachfolgestreit alle Register. Er will nun den Sprössling des Konkurrenten Jacobs adoptieren und ihm auf diese Weise die Leitung des traditionsreichen Kaffeehauses übertragen. Foto: Getty Images

Albert Darboven, Patriarch beim Hamburger Kaffeeunternehmen Darboven, will offenbar Andreas Jacobs – den Erben des größten Konkurrenten – adoptieren. Einen entsprechenden Antrag hat das Oberhaupt beim Amtsgericht des Hamburger Stadtteils Blankenese beantragt, wie verschiedene Medien berichten. Darboven plant demnach, die Leitung des Unternehmens an Jacobs zu übergeben.

Seit Jahren tobt beim traditionsreichen Hamburger Kaffeehaus ein Familienstreit um die Nachfolge. Patriarch Albert hat sich mit Sohn Arthur überworfen und will den 54-Jährigen mit allen Mitteln in der Erbfolge umgehen. Laut Gesellschaftsvertrag von Darboven dürfen nur Familienangehörige den Konzern leiten. Arthur Darboven könnte durch den Schachzug des Vaters den Kürzeren ziehen.

Nun hat er sich gemeinsam mit seinen Cousins Arndt und Behrendt Darboven in einem offenen Brief zu Wehr gesetzt. Sie seien in tiefer Sorge um das Unternehmen, an dem sie zusammen 42,5 Prozent der Anteile halten, heißt es in dem Schreiben. „Es ist für uns überhaupt nicht nachvollziehbar, dass Albert Darboven, unser Vater beziehungsweise Onkel, die Führung des Familienunternehmens an Dr. Andreas Jacobs übertragen will.“

Jacobs habe keine enge Bindung an das Haus, es könne daher zum Bruch mit den Werten des Unternehmens und der Familie kommen, schreiben die Erben. Eine Sprecherin von Darboven bestätigte gegenüber dem Nachrichtemagazin „Der Spiegel“ den Inhalt des Briefes.

Arthur Darboven verließ 2009 das Kaffeehaus – das unter anderem für die bekannten Marken Idee Kaffee und Mövenpick steht – und ist bereits eigenständig im Kaffeegeschäft tätig. Vater Albert hatte bereits 2016 zum 150-jährigen Jubiläum mittgeteilt, dass er eines Tages einen Nachfolger adoptieren oder Teile des Vermögens in eine Stiftung geben könnte.

Das Hamburger Unternehmen J. J. Darboven ist eine international tätige Kaffeerösterei und Firmengruppe mit elf Tochterfirmen in neun europäischen Ländern sowie weltweit mehr als 900 Mitarbeiter. Das Haus der kleinste der fünf großen deutschen Kaffeehersteller. 2016 wies die Bilanz Des Darboven-Konzerns einen Verlust von rund 4,6 Millionen Euro aus.