Strategie 2019+ Lloyd Fonds will mit 15 eigenen Produkten durchstarten

Michael Schmidt: Das ehemalige Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment ist als Investment-Chef verantwortlich für die neue LF-Produktlinie bei Lloyd Fonds. | © Lloyd Fonds AG

Michael Schmidt: Das ehemalige Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment ist als Investment-Chef verantwortlich für die neue LF-Produktlinie bei Lloyd Fonds. Foto: Lloyd Fonds AG

Als „wichtige Weichenstellung“ zum Umsetzen ihrer Strategie 2019+ haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der Lloyd Fonds AG am Donnerstag beschlossen, 90 Prozent der Geschäftsanteile der SPSW Capital aus Hamburg zu erwerben. Die Transaktion steht aber noch unter dem Vorbehalt, dass die Hauptversammlung des börsennotierten Vermögensverwalters dem Vorhaben zustimmt.

SPSW Capital wurde Ende 2010 von Robert Suckel, Achim Plate und Henning Soltau gegründet. Im Jahr 2015 trat Markus Wedel als weiterer geschäftsführender mittelbarer Gesellschafter bei. Die eigentümergeführte Investmentgesellschaft verwaltet die beiden Mischfonds SPSW - WHC Global Discovery (ISIN: DE000A0YJMG1) und SPSW - Global Multi Asset Selection (DE000A1WZ2J4).

Zusammen mit einem Spezialfonds für Vermögensverwaltung, dem SPSW - Active Value Selection (DE000A1C0T02), verwaltet SPSW ein Fondsvolumen von insgesamt knapp 650 Millionen Euro. Auf mehr als 1 Milliarde Euro käme Lloyd Fonds mit den SPSW-Fonds und den Assets der zu Jahresbeginn übernommenen Lange Assets & Consulting sowie eigenen Fonds und geplanten Fondsdepots.

Geschäftsmodell stützt sich auf drei Säulen

Das neue Geschäftsmodell der Lloyd Fonds soll sich auf drei Säulen stützen: In der sogenannten LF-Linie gibt es eine Palette von offenen Investmentfonds für ein breites Publikum. Im Angebot haben die Hamburger ab Mai zwei Aktienfonds, einen Mischfonds und einen Rentenfonds für den Vertrieb an Privatanleger in Deutschland. Die Publikumsfonds wurden jeweils von Universal-Investment aufgelegt.

Das Portfolio des European Hidden Champions (DE000A2PB598) wird von Maximilian Thaler gemanagt. Beim ebenfalls in europäische Aktien investierenden European Quality & Growth (DE000A2PB6C6) trägt Christian Reindl die Verantwortung. Er ist zudem Co-Manager des Mischfonds Best of two Worlds (DE000A2PB564). Die Anleiheseite verantwortet Tobias Spies, der auch den Rentenfonds Special Yield Opportunities (DE000A2PB6F9) managt.

Firmenname Lloyd Capital als Dachmarke

Als „Kopf des langjährig erfahrenen Teams von Fondsexperten“ verantwortet Michael Schmidt als Investment-Chef die LF-Produktlinie. Der Diplom-Betriebswirt war zuvor Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment. Bei seinem neuen Arbeitgeber soll er nach Plänen des Unternehmens bis Ende 2020 für mindestens 15 LF-Fonds zuständig sein. Darunter sollen drei nachhaltig investierende Produkte sein.

Die zweite Säule stellt ein digitales Angebot zum Vermögensaufbau unter dem Titel LF-System dar. Der dafür auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelte Algorithmus stellt individuelle Kundenportfolios zusammen. Infrage kämen dafür etwa 7.500 aktiv gemanagte Fonds. Nach einem Start mit einer Mindestanlagesumme in Höhe eines sechsstelligen Eurobetrags sind auch Musterportfolios für Anleger mit kleinerem Geldbeutel geplant.

Achim Plate soll Vorstandschef werden

In der dritten Säule LF-Vermögen werde vermögenden Kunden eine „ganzheitliche Beratung in allen Finanzfragen“ angeboten. Dabei nutze man die „Marktkompetenz der Lloyd Fonds-Gruppe für Anlagen in Direktinvestments, Fonds und Immobilien“. Das „gemeinsame Dach für die drei Säulen des Geschäftsmodells“ soll der neue Firmenname Lloyd Capital bilden. Nur noch die Publikumsfonds sollen „Lloyd Fonds“ als Produktnamen führen.

Als neuer Vorstandsvorsitzender bei Lloyd Fonds kandidiert SPSW-Mitgründer Plate, der bisher den Aufsichtsrat der Gesellschaft führt. In seinem neuen Amt verantwortet er die zweite Säule des neuen Geschäftsmodells, LF-System. Außerdem soll er die Verantwortung für die geplante Lloyd Fonds-Stiftung übernehmen. Mit ihr solle „maßgeblich das nachhaltige Engagement des Unternehmens gestaltet werden“.