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Inflation in Europa Deutschland und Italien vor schweren Monaten

Italiens Wahlfavoritin Giorgia Meloni

Italiens Wahlfavoritin Giorgia Meloni: Kritik an Deutschlands Energiepolitik, die sich nur an nationalen Interessen orientiere. Foto: Imago Images / Italy Photo Press

Die derzeitigen makroökonomischen Aussichten für Europa sind, um es ganz offen zu sagen, düster. Das Risiko einer Rezession ist hoch, sofern sie nicht schon direkt bevorsteht. Aber es kommt noch schlimmer, weil die politische Krise in Italien die Gefahr einer Zersplitterung der EU verstärkt. Alle diese Risiken tun sich vor dem Hintergrund eines schweren Energieschocks und der kriegsbedingten Rationierung des Erdgases auf. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde steht in den kommenden Monaten und Jahren vor einer gewaltigen Herausforderung.

Inflation in USA und Europa mit unterschiedlichen Grundlagen

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Inflation, den wesentlichen Auslöser für die Rezessionsängste. Die Inflation in Europa ist vor allem auf den Energieschock zurückzuführen, der durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine ausgelöst wurde (s. Grafik). In den Vereinigten Staaten hingegen treibt vor allem die Nachfrage der privaten Haushalte nach Waren und Dienstleistungen die Inflation an? Diese Art der Preissteigerung lässt sich durch Zinserhöhungen bekämpfen, sie kühlen die Nachfrage ab.

Anders sieht es bei der Inflation in Europa aus: Sie wird durch einen externen Schock befeuert, weil der russische Präsident Wladimir Putin die Einstellung der Gaslieferungen als Waffe im Ukraine-Krieg einsetzt. Die Anhebung der Zinssätze um 50 Basispunkte im Juli, die erste Zinserhöhung der EU seit elf Jahren, wird diesem Schock nicht gerecht. Lagarde und die EU finden sich in einer prekären Lage: Die Inflation ist so hoch, dass sie eine Straffung der Geldpolitik erfordert. Doch die Wirtschaft ist nicht stark genug, um eine Abkühlung zu verkraften.

Grafik: Inflationstreiber in den USA und Europa


Deutschland vor der Rezession

Europas größte Volkswirtschaft Deutschland steht am Rande eines Abschwungs, der direkt mit Russlands Aggression zusammenhängt. Der IWF warnt, dass der deutschen Wirtschaft ein Verlust von 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung droht, wenn Russland die gestoppten Erdgaslieferungen nicht wieder aufnimmt. Weil für Erdgas aufgrund des russischen Lieferstopps exorbitante Preise aufgerufen werden, ist die Lage in Deutschland angespannt. In einem defensiven Schritt forderte die Europäische Kommission alle Mitgliedsländer auf, den Erdgasverbrauch um 15 Prozent zu reduzieren. Spanien und Portugal haben daraufhin erklärt, sie würden zwar die europäischen Werte verteidigen, aber dieses Opfer nicht bringen wollen, weil ihre Energiesysteme nicht mit Europa verbunden sind. Erschwert wird die Lage durch die Zersplitterung zwischen Europas fiskalisch umsichtigen nördlichen Ländern wie Deutschland und südlichen schuldengeplagten Nachbarn wie Italien.

 

Hochverschuldetes Italien sorgt für Unruhe

Ein Beleg für die Zerrissenheit Europas ist die wachsende Differenz zwischen den Renditen deutscher und italienischer Staatsanleihen. Je aggressiver die EZB die Zinsen anhebt, desto größer wird die Besorgnis über Italiens wackelige Wirtschaft, was die italienischen Renditen noch weiter in die Höhe hievt. Der Rücktritt von Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat die Unsicherheit in der drittgrößten Volkswirtschaft Europas noch verstärkt. Als ehemaliger EZB-Präsident weiß Draghi, wie man mit Dysfunktionalitäten in der EU umgeht. Doch welchen Weg Italien unter Giorgia Meloni, der derzeitigen Favoritin für die Nachfolge Draghis, nehmen könnte, ist ungewiss. Meloni führt eine Partei an, die direkt von der faschistischen Bewegung Benito Mussolinis abstammt und sich „Brüder Italiens" nennt.

Neues EZB-Instrument zur Bekämpfung der Fragmentierung

Unterstützung für Italiens Wirtschaft könnte sich indes aus dem neuen Transmissionsschutzinstrument (TPI) der Europäischen Zentralbank ergeben. Es ermöglicht der EZB, italienische Anleihen zu kaufen, um deren Renditen im Zaum zu halten. Noch gibt es allerdings im Hinblick auf die Funktionsweise des neuen geldpolitischen Instruments Ungereimtheiten. In der Ende Juli veröffentlichten Pressemitteilung der EZB heißt es lediglich, dass die Notenbank Wertpapiere kaufen kann, „um einer ungerechtfertigten, ungeordneten Marktdynamik entgegenzuwirken“. Doch wer entscheidet, was gerechtfertigt ist – finanzpolitisch strenge Länder wie Deutschland?

Nicht von ungefähr erinnert die Lage Italiens unangenehm an die EU-Staatsschuldenkrise vor einem Jahrzehnt. Nach dem meteorologisch zu warmen Sommer in Europa könnte ein politisch und wirtschaftlich heißer Herbst bevorstehen.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.