Helikopter und Zombies Der Kampf zwischen Inflation und Deflation

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Die massive geldpolitische Reaktion auf Covid-19 lässt verbleibende Zinsen praktisch verpuffen. Die Zentralbanken werfen Geld auf das Problem, um einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Damit versuchen sie, den gleichen Trick wie vor ein paar Jahren zu wiederholen. Den großen Unterschied machen diesmal jedoch die begleitenden Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen, Existenzgrundlagen und Unternehmen, während Politiker und Wissenschaftler sich mit dem Virus beschäftigen.
Tag der lebenden toten Volkswirtschaften

Doch führt dies zu einer höheren Inflation? Die Kräfte wirken in entgegengesetzte Richtungen: Während die Volkswirtschaften auf alarmierende Weise schrumpfen, schaffen Unternehmen, die künstlich am Leben gehalten werden, und Arbeitsplätze, die andernfalls abgebaut worden wären, einen Kapazitätsüberschuss und ein Produktivitätsdefizit. Das wird wenig charmant als Zombie-Ökonomie bezeichnet und ergibt sich aus der Missachtung einer Art darwinistischen Wirtschaftstheorie, bei der nur die Stärksten überleben.

Zombie-Ökonomien leiden von Natur aus unter deflationärem Druck. Andererseits erholen sich mit der raschen Erholung der Wirtschaft auch die Rohstoffpreise und andere wirtschaftliche Investitionskosten. Das stellt wiederum einen Inflationsdruck dar. Die Antwort auf die Frage, welcher Druck größer sein wird, bleibt abzuwarten.